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So soll das Seniorenwohnen aussehen

Die Alten- und Pflegeheim GmbH „Sankt Jakob“ investiert Millionen am Weinauring in Zittau, schafft komfortable Zimmer und Jobs. Einen Wermutstropfen gibt es trotzdem.

© AIZ Bauplanungsgesellschaft

Von Thomas Mielke

Zittau. Die Nachfrage nach komfortablen Wohnraum für pflegebedürftige Senioren ist ungebrochen. Die Zittauer Alten- und Pflegeheim GmbH „St. Jakob“ wird auf diesen Bedarf reagieren: Das städtische Unternehmen will für rund fünf Millionen Euro sein Haus III am Weinauring modernisieren und um ein weiteres Gebäude sowie einen Zwischenbau erweitern. „Wir bauen für die Bewohner und für unsere Zukunft“, sagte Geschäftsführer Raik Urban der SZ. Ziel ist, die Einrichtung für mehr Wohnqualität aufzuweiten. „Der Wohncharakter steht dabei für uns ganz oben“, sagt Urban. „Ausschließlich großzügige Einzelwohneinheiten geben den Bewohnern die gewünschte Privatsphäre, offene Wohnbereiche, gemütlich ausgestattet, ermöglichen ein familiäres Miteinander. Ein zeitgemäßes und individuelles Betreuungskonzept rundet die Weiterentwicklung der Wohneinrichtung ab.“ Schließlich sollen sich die Senioren fast so wohl wie zu Hause fühlen. Fördermittel bekommt die Firma für ihr Vorhaben nicht.

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Das Gebäude Weinauring 2 weicht einem modernen Erweiterungsbau des benachbarten Pflegeheims. Der Neubau soll sich in die Umgebung ein- passen.
Das Gebäude Weinauring 2 weicht einem modernen Erweiterungsbau des benachbarten Pflegeheims. Der Neubau soll sich in die Umgebung ein- passen. © Matthias Weber

Gestartet werden sollen die Bauarbeiten im Juni mit dem Abriss des Weinaurings 2, den die APH GmbH von der Wohnbaugesellschaft übernommen hat. „Ursprünglich wollten wir das Gebäude erhalten“, sagt Raik Urban. Aber das sei nicht möglich gewesen. Die Höhenunterschiede zum bestehenden Pflegeheim seien zu groß, um die Barrierefreiheit herstellen zu können. Außerdem wären Umbau und Sanierung nach den heutigen Anforderungen zu teuer geworden. Der Technische und Vergabeausschuss hat den Abriss ohne Diskussion zur Kenntnis genommen. Genehmigen muss die Stadt ihn ohnehin nicht. Im sozialen Internet-Netzwerk Facebook ist dagegen – teils sehr unsachliche – Kritik am geplanten Abriss geäußert worden.

Nun soll ein Neubau errichtet werden, der dem Charakter des Weinaurings entspricht und sich an die Historie anlehnt, wie Urban betont. Aus einem Wettbewerb ist der Entwurf der AIZ Bauplanungsgesellschaft aus Zittau als Sieger hervorgegangen. Grundlage war ein bereits vor Längerem aufgestelltes Konzept zur strategischen Ausrichtung der APH-Pflege. Die zentrale Frage dabei sei gewesen: Welchen Standard wollen die Pflegebedürftigen und ihre Angehörigen, erklärt Urban.

Entstehen sollen moderne Einzelzimmer mit Nasszellen. Dazu gibt es Wohnbereiche, in denen sich die Bewohner treffen können, und Terrassen. Vor allem im Verbinder sorgen Glasflächen für viel natürliches Tageslicht.

Im Sommer 2019 soll der Rohbau stehen. Sobald er eingerichtet ist, ziehen die Pflegeheim-Bewohner in den Neubau um. Dann wird das 1931 errichtete, vor einigen Jahren bereits einmal sanierte Haus III der APH GmbH modernisiert. Auch dabei wird auf großzügigere und individuellere Platzverhältnisse geachtet, sodass die Zahl der Plätze am Weinauring trotz des Neubaus nur von 39 auf 48 steigt.

Wenn im Dezember 2020 Neubau und Modernisierung abgeschlossen sind, sollen in dem Pflegeheim rund 50 Beschäftigte arbeiten. Derzeit sind es reichlich 40. „Wir brauchen bis dahin weiteres Personal im technischen Bereich und in der Pflege“, sagt Raik Urban. Die kommunale Zittauer Alten- und Pflegeheim GmbH „Sankt Jakob“ und ihre zwei Tochtergesellschaften, die Zittauer Service GmbH „Sankt Jakob“ und die Zittauer Kindertagesstätten gGmbH, betreiben 13 Kindertagesstätten und drei Pflegeheime. Sie beschäftigt rund 400 Mitarbeiter. In den drei Pflege-Einrichtungen gibt es 184 Plätze in der stationären sowie Kurzzeitpflege.

www.pflegeheim-zittau.de