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So soll Freitals neues Zentrum aussehen

Die Rathausspitze hat sich für einen von drei Investoren entschieden. Am Donnerstag stimmt der Stadtrat ab.

© Karl Ludwig Oberthür

Von Tobias Winzer

Freital. Ein Stadtplatz mit einem Drogerie-Markt, einem Supermarkt und kleinen Läden ringsherum, Treppen zur Weißeritz und drei Wohnhäuser im Grünen – so soll das Areal am ehemaligen Sächsischen Wolf künftig aussehen. Nachdem zuletzt noch drei mögliche Investoren für die Bebauung der rund drei Fußballfelder großen Fläche an der Ecke Dresdner Straße/Poisentalstraße im Rennen waren, hat sich die Rathausspitze nun für einen der Bewerber entschieden. Den Zuschlag soll demnach die Lewerenz-RTLL-Gruppe, ein mittelständisches Bauunternehmen aus Kirchberg bei Zwickau, bekommen. Der Stadtrat stimmt am Donnerstag über den Vorschlag ab. Eine Zustimmung gilt als wahrscheinlich. Doch was sagen die Freitaler zu dem Konzept?

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Das Konzept der Lewerenz-RTLL-Gruppe ist der Favorit der Rathausspitze. Schließt sich der Stadtrat dem Vorschlag an?
Das Konzept der Lewerenz-RTLL-Gruppe ist der Favorit der Rathausspitze. Schließt sich der Stadtrat dem Vorschlag an? © Stadtprojekt Rogge.Pfau GmbH

„Das wird ein historischer Moment mit immens großer Bedeutung für die Stadt Freital“, sagt Oberbürgermeister Uwe Rumberg (CDU). Es sei ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen den drei Bewerbern gewesen. Letztlich hätten städtebauliche Aspekte für das Konzept der RTLL-Gruppe gesprochen, ergänzt die Leiterin des Stadtplanungsamtes, Josephine Schattanek. Das Konzept sieht zwei größere Gebäude entlang der Dresdner Straße und der Poisentalstraße vor – jeweils viergeschossig. In einem der Gebäude soll ein sogenannter Vollsortimenter unterkommen – also ein Supermarkt, wie Rewe oder Edeka. Die Erdgeschossfläche in dem anderen Gebäude ist explizit für eine Drogerie vorgesehen. Auch ein Café soll dort einziehen. In den oberen Stockwerken ist Platz für Wohnungen und Ateliers. Hinter diesen beiden großen Gebäuden ist ein weiteres, etwas flacheres Gebäude geplant. Hier sollen kleinere Läden unterkommen. Platz für eine kulturelle Nutzung ist auch vorgesehen.

Diese insgesamt drei Gebäude liegen rund um einen Parkplatz sowie einen Stadtplatz, der sich zur Weißeritz hin öffnet. Treppen führen hinunter zu dem Fluss. Eine Promenade für Fußgänger und Radfahrer soll entlang der Weißeritz angelegt werden. Für den hinteren Teil des Grundstücks ist ein parkähnliches Gelände mit drei Wohnhäusern geplant. Darunter befindet sich eine Tiefgarage.

Investor überarbeitet sein Konzept

Wie Schattanek betont, hat der Investor in den vergangenen Monaten intensiv an seinem Konzept gearbeitet und dabei auch auf Hinweise aus dem Stadtrat und der Bevölkerung reagiert. Das Rathaus hatte im Frühjahr die damals noch fünf Vorschläge für das Areal in der Stadtbibliothek gezeigt. Die Freitaler konnten für einen der Vorschläge votieren und aufschreiben, was sie sich sonst für das Gelände wünschen.

„Einer der Kritikpunkte an dem Konzept war, dass es einen massiven Block an der Dresdner Straße und Poisentalstraße gibt“, so Schattanek. RTLL spaltete den Block deshalb in zwei Teile und schuf einen Durchgang dazwischen. Außerdem wurde ein Wohnhaus im hinteren Teil des Grundstücks gestrichen. Deswegen gibt es dort jetzt mehr Grün. „Ohne die Bürgerbeteiligung wäre das Konzept nicht so geworden wie es jetzt ist.“ Aus Sicht der Verwaltung spricht vor allem die Kleinteiligkeit und der Stadtplatz für den Entwurf. „Es ist ein Zentrum, was sich in das Umfeld einbettet“, so Schattanek. Die Rathausspitze legt großen Wert darauf, die beiden Investoren, die bis zuletzt im Rennen waren und nun wohl leer ausgehen, nicht als Verlierer zu bezeichnen. „Am Ende kann es nur einen Investor geben“, sagt Baubürgermeister Jörg-Peter Schautz (parteilos).

„Auch die anderen Konzepte sind schlüssig.“ Der Siegburger Investor Günter Herms und sein Freitaler Architekt Hardy Wolf hatten einen Riegel an der Dresdner Straße und Poisentalstraße geplant sowie ein zweites Gebäude auf dem Grundstück, in dem ein Hotel einziehen sollte. Das Besondere an dem Entwurf war die Einbeziehung der Fläche auf der anderen Weißeritz-Seite. Dort, wo heute noch die Umweltdienste Becker ihren Sitz haben, sollten Wohnungen entstehen.

Beworben hatte sich auch das Unternehmen IVG Grimmer. Der Entwurf sah relativ viel Grün vor. An der Dresdner Straße/Poisentalstraße sollte ein großer Gebäuderiegel entstehen. Dahinter waren nur ein kleineres Haus und ansonsten Parkplätze und ein Park vorgesehen. Laut Stadt könnten diese Investoren nun an anderer Stelle in Freital zum Zuge kommen. „Das Gelände am Sächsischen Wolf ist ein Teil des neuen Stadtzentrums, wenn auch ein ganz wesentlicher.“ Mit dem Becker-Gelände auf der anderen Weißeritz-Seite und der Fläche der Lederfabrik, die abgerissen werden soll, könnten weitere Freiflächen entstehen.

Stimmt der Stadtrat am Donnerstag für das RTLL-Konzept, können die Feinplanungen beginnen. Mit einem Baustart ist frühestens Ende 2018 zu rechnen. 2021, zum hundertjährigen Stadtjubiläum, soll alles fertig sein. Am 18. Oktober um 18 Uhr werden Stadt und Investor das Konzept bei einer Bürgerversammlung im Kulturhaus präsentieren.

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