Merken

So tickt das neue Inselfest

Das Spektakel im Teichgebiet ist diesmal ganz anders konzipiert bisher. Angekommen ist das aber noch nicht überall.

Teilen
Folgen
© SZ-Archiv/Sebastian Schultz

Von Eric Weser

Frauenhain. Dass die Spannung steigt, ist Co-Organisator Kai Thiele anzumerken. Kein Wunder, es sind nur noch anderthalb Monate bis zum Frauenhainer Inselfest, das bei der 34. Auflage ganz neue Wege geht. Angekommen ist dieser Kurswechsel aber noch nicht überall, sagt Thiele. „Viele Leute fragen immer noch nach Dreitageskarten.“ Mit den günstigen Tickets konnten Besucher in den vergangenen Jahren bei allen Veranstaltungen am Fest-Wochenende dabei sein. Doch die Besucher aus der näheren Umgebung, für die diese Karten vor allem gedacht waren, kamen nicht in der erhofften Zahl.

Deshalb ist diesmal alles anders: Um aufs Festgelände zu gelangen, muss gar niemand mehr etwas zahlen. Eintritt wird stattdessen für die abendlichen Konzert-Höhepunkte fällig, mit denen die Organisatoren Besucher aus dem gesamten Umland anziehen wollen. Mit dem deutschen Popduo Glasperlenspiel und Schlagersänger Matthias Reim haben die Organisatoren zwei nationale Chart-Größen verpflichten können. Verschont von möglichen Wetterkapriolen werden die Künstler in einer 60 mal 30 Meter großen Halle auftreten, die am hinteren Ende der Insel stehen wird. Draußen werde man von den Konzerten wenig hören, so Kai Thiele. Im Inneren sollen die Konzertbesucher derweil voll auf ihre Kosten, dabei aber dank Belüftung nicht zu sehr ins Schwitzen kommen.

Erstmals begrenzte Ticketzahl

Auf Begeisterung stößt das Konzept nicht überall. Auf der Facebook-Seite des Inselfestes befürchten Kritiker, dass durch die eingehausten Live-Konzerte das Inselfest-Flair verloren geht. Andere finden die Konzertpreise zu hoch und wünschen sich vergeblich Kombitickets. „Ob es das Inselfest nächstes Jahr auch noch geben wird?“, fragt eine Kommentatorin. Eine Frage, die auch Co-Organisator Kai Thiele bewegt. Ohne das neue Konzept würde es das Inselfest aber schon jetzt nicht mehr geben, stellt er klar. Die mit der alten Ticketpolitik erwirtschafteten Defizite waren einfach zu hoch.

Trotz kritischer Stimmen hier oder da: Die Inselfest-Organisatoren sehen sich mit ihrem neuen Konzept auf dem richtigen Weg. Zumal der Konzertkarten-Verkauf gut angelaufen sei. „Wir sind zufrieden. Es gehen täglich Tickets über den Tisch“, sagt Kai Thiele, der Musikfans rät, mit dem Kartenkauf nicht zu lange zu warten. Anders als bisher sei die Ticketzahl begrenzt. Bei Matthias Reim zum Beispiel passen bis zu 3 000 Fans ins Zelt, dann ist Schluss.

Aber nicht nur für die Konzertbesucher will das Inselfest bei der 34. Auflage etwas Neues bieten. Auch auf dem Festplatz soll laut Co-Organisator Kai Thiele ein „richtig schönes Ambiente“ für Besucher geschaffen werden. Da kein Eintritt mehr fällig sei, hätten sich dieses Jahr sehr viele Schausteller beworben. Nun haben die Macher die Qual der Wahl. Allzu voll soll das Festgelände nämlich auch nicht gepackt werden, damit bei allem Trubel die Wohlfühl-Atmosphäre erhalten bleibt, so Kai Thiele.

Nicht wegzudenken sind dabei die Kahnfahrten rund um den Inselteich. Damit die Besucher in See stechen können, wird derzeit damit begonnen, die Ruderkähne flott zu machen. Und auch auf dem Festplatz laufen Reparaturen. Mitte Juni, eine Woche vor der eigentlichen Sause, rücken dann die ersten Lkws und Techniker an, um mit dem Aufbau der Festhalle die letzte, absolut heiße Phase der Vorbereitungen einzuläuten. Die Spannung vorm 34. Inselfest , sie steigt.

Das Frauenhainer Inselfest geht zwischen Freitag und Sonntag, 24. bis 26. Juni, über die Bühne. Tickets für die Konzerte von Glasperlenspiel (Normalpreis: 28,50 Euro; Kinder bis 12 Jahre in Begleitung: 10 Euro) und Matthias Reim (39,90 Euro) gibt es unter anderem im SZ-Treffpunkt, Hauptstraße 56, in Riesa.