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Döbeln

So war für mich die Wende

Im Erzählcafé der VHS plaudern Ost- und Westdeutsche darüber, was sie aus der Wendezeit mitgenommen haben.

Schatten an einem heißen Tag: Im Garten des Alten Gasthofs in Ziegra hatten sich die Teilnehmer des Erzählcafés versammelt, um sich ihre Lebensgeschichten zu erzählen.
Schatten an einem heißen Tag: Im Garten des Alten Gasthofs in Ziegra hatten sich die Teilnehmer des Erzählcafés versammelt, um sich ihre Lebensgeschichten zu erzählen. © Foto: Lutz Weidler

Ziegra. Wenn es die Wende nicht gegeben hätte, würde vom alten Ziegraer Gasthof nichts mehr stehen. Davon ist Barbara Schwabe überzeugt. Sie kann die Geschichte der Wende aus ihrer Sicht erzählen. Als Kind war sie in Ziegra in einer Großfamilie aufgewachsen. Später flohen die Eltern mit ihr in den Westen. Nach der Wende kam die ehemalige Lehrerin an den Ort ihrer Kindheit zurück. „Ich habe das als Chance gesehen, etwas wiederzubeleben, was vorher immer für mich präsent war“, sagte sie. Seitdem saniert sie den Gasthof mit Helfern Stück für Stück. Er soll im Dorf ein Ort der Kommunikation sein, an dem sich Menschen treffen, sagte sie. Und das war er am Sonnabend auch. 

Erzählcafé unterm Nussbaum

Im Schatten eines alten Walnussbaums versammelten sich im „Erzählcafé“ Menschen, um darüber zu sprechen, wie die Wende ihr Leben geprägt hat. Da ist Birgit, die aus Leipzig stammt und die mit einem „Wessi“ verheiratet ist. Sie habe einen „Nationalstolz“ auf die DDR entwickelt, berichtet sie. „Besonders ärgert es mich, wenn etwas neu erfunden wird, was es bei uns schon immer gab.“ Da ist Antje, die in Dresden geboren wurde, deren Eltern aber in den Westen gingen. Sie bewundert die Lern- und Lebensleistungen der Ostdeutschen. „Sie mussten von heute auf morgen mit einem anderen System zurechtkommen.“ Und da ist Klaus, der Maschinenbauingenieur, der nach der Wende bei Westfirmen „Türklinken putzte“ und der das Glück hatte, dass sein Betrieb übernommen wurde und er in seinem Beruf bleiben konnte.

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15 Veranstaltungen ausgefallen

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Referentin Kerstin Lorenz hatte für das „Erzählcafé“ ein ungewöhnliches Format gewählt. Immer zwei Personen erzählten sich wechselseitig ihre Geschichte, ehe in der größeren Runde weitererzählt wurde. Es sei die erste Veranstaltung der Volkshochschule Mittelsachsen im Bereich politischer Bildung nach der Coronapause, erzählte Projektleiterin Clara Schwarze. Fast 15 waren ausgefallen oder verschoben worden. Für dieses Jahr sind noch einige Veranstaltungen der Reihe an verschiedenen Orten geplant. Unter anderem zu den Themen, wie viel Wölfen Sachsen verträgt, zu Gender Mainstreaming und Klimawandel und Nachhaltigkeit.

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