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So wenig Schnee gab es seit über 25 Jahren nicht

Der Januar ist im Landkreis viel zu warm gewesen. Und die Sonne hat nur halb so viel wie normalerweise geschienen. Ein Wetterrückblick.

© André Schulze

Von Lothar Rücker, Wetterwarte Görlitz

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Region. Der erste Monat des Jahres ist aus dem Rahmen gefallen: Er war deutlich zu warm. Das Monatsmittel der Lufttemperatur erreichte 2,8 Grad und lag damit um 4,3 Kelvin über dem langjährigen Mittelwert. Der Januar war damit der wärmste seit 2008. Die höchste Temperatur gab es am 6. Januar mit 9,8 Grad, die tiefste mit minus 6,7 am 15. Januar. Es traten zwölf Frost- und zwei Eistage auf. Der Januar war vor allem grau. Die Sonne zeigte sich über Niesky und dem Landkreis mit nur 29 Stunden recht wenig. Dies entspricht 52 Prozent des Normalwertes. Zwölf Tage blieben ohne Sonnenschein. Und es gab so wenig Schnee wie seit über einem Vierteljahrhundert nicht mehr. Eine teilweise zusammenhängende Schneedecke lag an der Wetterwarte an nur vier Tagen. Dies ist die geringste Anzahl in einem Januar seit 1991. Dabei fiel genug vom Himmel, aber nicht als Schnee. Der Monatswert des Niederschlages summierte sich auf 49,3 Liter pro Quadratmeter. Dies entspricht 105 Prozent des Normalwertes. Und schließlich war dieser Januar recht windig. Spitzenböen der Windgeschwindigkeit ab Windstärke 8 der Beaufort-Skala (stürmischer Wind) konnten an acht Tagen gemessen werden.

Erste zehn Tage: Frostfreie Nächte und viel Regen

Das Jahr begann mit milden und feuchten atlantischen Luftmassen, die das Wettergeschehen im Kreis Görlitz bestimmten. Die zeitweiligen Niederschläge fielen nur am Vormittag des 3. Januar vorübergehend als nasser Schnee, sonst durchweg als Regen. Dazu war es zeitweise stark windig. In einzelnen Böen frischte der Wind stürmisch auf. Die Temperaturen erreichten Werte, die knapp an der Zehn-Grad-Marke scheiterten. Selbst die Nächte blieben frostfrei, was für Januar sehr ungewöhnlich ist. Die Tagesmitteltemperaturen lagen bis zu neun Kelvin über den langjährigen Referenzwerten.

Steigender Luftdruck und ein auf Nordost drehender Wind zeigten ab den Abendstunden des 6. Januar eine Wetterumstellung an. An der Südostflanke eines sich kräftigenden Hochdruckgebietes über Schottland gelangte vorübergehend etwas kältere Kontinentalluft zu uns. Ein Wintereinbruch war damit aber nicht verbunden. Vielmehr setzte länger anhaltender Regen und Sprühregen ein – Schmuddelwetter wie im November. Diese Niederschläge klangen erst im Verlauf des 7. Januar ab. Die Nächte zum 8. und 9. Januar brachten den ersten leichten Luftfrost des Monats. Die Sonnenanteile blieben recht gering.

Zweite zehn Tage: Erster Eistag und ein orkanartiger Sturm

Ab 11. Januar bestimmte ein Hochdruckgebiet über dem Nordosten Europas das Wettergeschehen. Mit östlicher Strömung kam zunehmend kältere Festlandsluft nach Görlitz. Die Temperaturen sanken und überschritten am 14. Januar den Gefrierpunkt nicht mehr. Bei sechs Stunden Sonnenschein brachte der Tag den ersten Eistag des Winters. Die Nachttemperaturen gingen auf unter minus fünf Grad zurück. Es blieb trocken. Stark auffrischender Wind und kräftiger Luftdruckfall kündigten ab dem Morgen des 15. Januar eine Wetterumstellung an. In der Nacht zum 16. Januar überquerte der Ausläufer eines Orkantiefs bei Island die Orte im Kreis. Leichter Schneefall führte zu einer dünnen Schneedecke. Auf Straßen und Wegen herrschte Glätte. Der Wind erreichte in Böen volle Sturmstärke. Es blieb winterlich. Die Pappschneedecke wuchs an der Wet-terwarte bis auf fünf Zentimeter. Die Tagestemperaturen bewegten sich um den Gefrierpunkt, nachts herrschte leichter Frost.

Am 18. Januar, dem 11. Jahrestag von Orkantief „Kyrill“, setzte am Vormittag ungewöhnlich starker Luftdruckfall ein. Er zeigte die rasche Annäherung von Sturmtief „Friederike“ an. Es hatte sich am Vortag vor Irland erheblich verstärkt und zog nun über Norddeutschland ostwärts. An seiner Südflanke gelangte der Kreis in den frühen Abend- und ersten Nachtstunden in sein Sturmfeld. Die Spitzenböen erreichten mit 30,3 Meter pro Sekunde orkanartige Werte. Sie lagen damit nur knapp unter denen von Sturmtief „Herwart“ Ende Oktober 2017. Die mittleren Windgeschwindigkeiten waren diesmal deutlich höher.

Dritte zehn Tage: Milde Temperaturen und ein bedeckter Himmel

Auf der Rückseite des Sturmtiefs gelangte maritime Kaltluft nach Görlitz und bestimmte bis 22. Januar den Wetterablauf. Bei meist geschlossener Wolkendecke fielen einzelne Schauer, zunehmend als Schnee oder Graupel. Während die Temperaturen tagsüber meist bei zwei Grad lagen, herrschte nachts leichter Frost bis minus vier Grad. Vielfach bildete sich Reif. Leichte Schneefälle in der Nacht zum 23. Januar führten letztmalig in dem Monat zur Ausbildung einer dünnen Schneedecke. Danach blieben bis Monatsende milde atlantische Luftmassen wetterbestimmend. Selbst die Nächte waren ab 24. Januar in zwei Metern Höhe frostfrei. Die Temperaturen stiegen bei teils starkem, in Böen stürmischem Wind, bis auf 9,7 Grad an. Meist blieb es bedeckt, teils neblig trüb. Gelegentlich regnete es.