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So wenige Arbeitslose wie noch nie

In Dippoldiswalde sinkt die Arbeitslosenquote erstmals unter vier Prozent. Die Region Sebnitz ist nicht mehr Schlusslicht.

© Symbolfoto: dpa

Von Franz Werfel

Dippoldiswalde. „Mal schauen, wie oft wir in den kommenden Monaten noch Rekordzahlen verkünden können“, freute sich Gerlinde Hildebrand, die Chefin der Pirna Arbeitsagentur, am Freitag. Im September waren im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge 6 600 Menschen arbeitslos gemeldet, rund 900 weniger als noch vor einem Jahr. Das entspricht einer Arbeitslosenquote von 5,2 Prozent – der niedrigste Wert seit der Wende in der Region. Damit erzielt der Landkreis direkt nach dem Erzgebirgskreis (4,8 Prozent) den zweitbesten Wert im Freistaat. Zum Vergleich: Bundesweit lag die Arbeitslosigkeit in diesem Monat bei 5,5 Prozent. In Ostdeutschland waren 7,1 Prozent aller erwerbsfähigen Menschen arbeitslos, in Westdeutschland 5,1 Prozent.

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Die besondere Marke von vier Prozent Arbeitslosen hat die Region um Dippoldiswalde im September erstmals seit der Wiedervereinigung geknackt. Mit 768 arbeitslosen Menschen bei aktuell 283 freien Stellen liegt die Quote nun bei 3,9 Prozent.

Eine besondere Entwicklung hat im September die Region um Sebnitz durchlaufen. Mit einer Arbeitslosenquote von 5,3 Prozent liegt sie nun vor Freital (5,4 %) und Pirna (5,5 %). Die Gründe für diesen positiven Trend sind für Gerlinde Hildebrand offensichtlich: „In und um Sebnitz und Neustadt gibt es viele kleinere Gewerbegebiete. Diese sind in der Vergangenheit schrittweise stabil gewachsen“, sagte sie. Da aus Sebnitz die wenigsten Menschen im Landkreis zu ihrem Arbeitsplatz auspendeln, würden von dieser guten Entwicklung vor allem die Einwohner im Osten des Landkreises profitieren. Solle sich die Region auch künftig gut entwickeln, müsse dringend der öffentliche Personennahverkehr in der Region gestärkt werden. „Gerade für Auszubildende, die jünger als 16 Jahre sind, ist es teilweise schwierig, gut und schnell zur Ausbildungsstelle zu kommen“, so Hildebrand.

Während die Arbeitslosigkeit sank, ist gleichzeitig die Zahl der Beschäftigen erneut gestiegen. Die aktuellen Zahlen dazu stammen vom März. Im Landkreis waren demnach 76 500 Menschen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Vor einem Jahr waren es noch 100 Personen weniger. Vor fünf Jahren hatten im Landkreis nur 71 000 Angestellte einen sicheren Job.

Ungebrochen hoch sind der Arbeitsagentur zufolge auch die offenen Stellen. Im September waren im Landkreis gut 2 000 Jobs ausgeschrieben, 1 960 davon wollen die Betriebe nach Möglichkeit sofort besetzen. Bei 1 800 Jobs streben sie unbefristete Arbeitsverträge an. Das ist für Gerlinde Hildebrand ein Zeichen für die Qualität und Attraktivität der Arbeitsstellen in der Region. „Außerdem könnte es für die Betriebe ein Wettbewerbsvorteil sein, wenn es um den Wettstreit der Fachkräfte geht“, so Hildebrand. Die Unternehmen wurden sich zunehmend bemühen, ihre Fachkräfte zu halten. „Und das auch, wenn es mal etwas schwieriger wird im Betrieb“, so Hildebrand. Zudem würden immer mehr Azubis nach dem Ende ihrer Ausbildung fest eingestellt.