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Sobotzik legt Ämter nieder

Der Fußball-Drittligist Chemnitzer FC steht ohne Geschäftsführer und Sportdirektor da. Und nicht nur das. Auch Trainer Bergner geht.

Thomas Sobotzik verlässt den CFC.
Thomas Sobotzik verlässt den CFC. ©  dpa/Robert Michael

Chemnitz. Beim krisengeschüttelten Drittligisten Chemnitzer FC ist Cheftrainer David Bergner auf eigenen Wunsch von seinen Aufgaben entbunden worden. Außerdem legte Geschäftsführer und Sportdirektor Thomas Sobotzik seine Ämter nieder. Über beide Personalentscheidungen informierte der Klub am Mittwochabend in einer Pressemitteilung. Zu den genauen Hintergründen machte er keine Angaben.

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Angeblich ziehen der 45-jährige Bergner und der 44-jährige Sobotzik die Konsequenzen aus den Anfeindungen in den vergangenen Wochen. Die sportliche Situation soll bei den Entscheidungen nur eine untergeordnete Rolle gespielt haben. Aus den ersten sieben Saisonspielen holte der Verein bloß drei Punkte und belegt den vorletzten Tabellenplatz.

Das Training und die Betreuung der Profimannschaft übernehmen bis auf Weiteres Co-Trainer Sreto Ristic, Assistent Christian Tiffert und Torwart-Trainer Marcel Höttecke. Bis zur Bestellung eines neuen Geschäftsführers und Sportdirektors, längstens aber bis zum 15. September, führt Sobotzik seine Aufgaben nach den Vorgaben der Gesellschafterversammlung aus. Diese Regel diene der Aufrechterhaltung der Handlungsfähigkeit der CFC-Fußball-GmbH und deren Geschäftsstelle, stand in der Mitteilung. Der Klub testet am Donnerstag ab 17.30 Uhr im Hoyerswerdaer Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark gegen den Bundesligisten Union Berlin.

Der CFC geriet in den vergangenen Wochen und Monaten aufgrund rassistischer Vorfälle in die Schlagzeilen. Anfang August kündigte der Verein Kapitän Daniel Frahn wegen vermeintlicher Nähe zur rechtsextremen Szene. Er hielt sich beim Auswärtsspiel in Halle im Gästeblock mit entsprechenden Gruppen auf. Frahn geht dagegen gerichtlich vor.

Außerdem feindeten Anhänger CFC-Vertreter heftig rassistisch an. Auch der Deutsche Fußball-Bund schaltete sich ein und zog einen Anti-Rassismus-Beauftragten hinzu. Er Auch er sprach von einer schwierigen Lage. "Die Probleme rund um den Chemnitzer FC sind komplex und kaum kurzfristig zu lösen", stand in einer Mitteilung.

Der Klub kämpft zudem weiter gegen die Insolvenz und muss sich jetzt auch noch eine neue sportliche Leitung suchen. Ein Nachfolger für den Trainerposten steht dem Vernehmen nach bereits bereit. Demnach interessiert der Verein sich für Andre Meyer. Der 35-Jährige arbeitete zuletzt als Co-Trainer unter seinem Bruder Daniel Meyer bei Erzgebirge Aue. Der Zweitligist beurlaubte beide. (dpa/sid)