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Arbeit und Bildung

Socken machen Leute

Wie zwei Cousins mit Strümpfen Millionenumsätze generieren

© SNOCKS

Wie so oft besuchte Johannes Kliesch im Sommer 2016 einen Sneaker Store in Mannheim. Enttäuscht musste er feststellen, dass der Laden zwar angesagte Turnschuhe führt, aber die Qualität der angebotenen Socken unbefriedigend ist. Kurzerhand erzählte er seinem Cousin Felix Bauer von seiner Feststellung. Gemeinsam durchsuchten beide das Internet nach annehmbaren Alternativen - doch wurden nicht fündig. An diesem Tag war die Idee für SNOCKS geboren.

Allerdings war der Prozess zur Gründung nicht so spontan, wie es sich hier anhört. Tatsächlich entwickelten die Cousins bereits in gemeinsamen Familienurlauben Geschäftsideen. Damals wollten sie eine Gärtnerei eröffnen, nun sind es eben Socken. “Wir wussten schon lange, dass wir gemeinsam gründen würden. Wir wollten immer unser eigenes Ding machen.”, erklärt Johannes. Zur Geburtsstunde von SNOCKS befanden sich die Gründer noch im dualen Studium und arbeiteten bei der Bank. “Im Studium waren wir beide unglücklich.”, reflektiert Felix. Noch bevor die beiden wussten, dass sie Socken verkaufen würden, waren sie sich über das Geschäftsmodell einig. Beide hatten sich zu diesem Zeitpunkt bereits intensiv mit Fulfilment by Amazon (FBA) beschäftigt. Bei diesem Angebot kümmert sich Amazon um Logistik, Kundenservice und Rücksendungen. So können sich Händler ganz auf die Produktentwicklung konzentrieren. Als Johannes und Felix den hohen Bedarf und das geringe Angebot an qualitativ hochwertigen Sneaker Socken entdeckten, war das Konzept perfekt.

Nachdem das erste Produkt sehr gut ankam und den jungen Gründern im September 2016 einen Umsatz von knapp 10.000 Euro bescherte, machte sich Goldgräberstimmung breit. “Wir waren damals noch Studenten, das war für uns also eine Menge Geld.”, erinnern sich Johannes und Felix. Also bestellte man direkt eine große Menge Sneaker Socken nach, die sich zunächst allerdings überhaupt nicht gut verkauften. Es war Herbst geworden, wodurch die Nachfrage nach kurzen Socken nachließ. Als Reaktion darauf brachte SNOCKS ein weiteres Produkt auf den Markt, lange Retrosocken mit Streifen und dem Markennamen. Leider blieb der erhoffte Umsatz aus. “Wir waren etwas naiv und haben nicht bedacht, dass die Marke SNOCKS damals viel zu unbekannt war.”, zeigt sich Johannes ehrlich. Zum Glück ließen sich die beiden nicht unterkriegen und schafften im Frühjahr 2017 die Wende. Am Ende des Jahres konnte man einen Umsatz von 500.000 Euro verbuchen. Auch das Jahr 2018 verlief für SNOCKS überaus erfolgreich. Im Rahmen der “Global Sellers” Initiative verhalf Amazon den beiden Cousins dazu, ihre Produkte auch in den USA zu listen. Außerdem erweiterte man die Produktpalette stetig. Neben Socken in verschiedenen Varianten gab es bei SNOCKS mittlerweile auch Boxershorts zu kaufen. Heute generieren diese übrigens fast 70% des Gesamtumsatzes. Durch die Internationalisierung, die Einführung neuer Produkte und die Bekanntheitssteigerung der Marke SNOCKS erzielte man im Jahr 2018 erstmals Umsätze im siebenstelligen Bereich.

In den vergangenen drei Jahren hat sich SNOCKS vom Zweimannbetrieb zu einem schnell wachsenden Startup entwickelt. Im eigenen Büro inmitten des Mannheimer Szeneviertels Jungbusch tummelt sich mittlerweile eine Vielzahl von Mitarbeitern, Tendenz steigend. Darüber hinaus betreibt man seit dem Sommer 2019 ein eigenes Lager, um langfristig unabhängiger von Amazon zu werden. Gegen Ende des Jahres wird dem jungen Unternehmen dann noch eine besondere Ehre zuteil: Die Wahl zum Amazon Verkaufspartner des Jahres. Auf diesem Erfolgen möchten sich Johannes und Felix jedoch keineswegs ausruhen. “Wir wollen auch in Zukunft weiterwachsen und neue Produkte einführen. Langfristig soll sich SNOCKS als die Lifestylemarke schlechthin etablieren.”, verraten die Gründer und Cousins.

Dieser Artikel entstand in Zusammenarbeit mit dem externen Redakteur T. Brühl.