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Solarworld erneut insolvent

© Jan Woitas/dpa

Fast ein Jahr nach der Pleite der Solarworld AG hat auch das Nachfolge-Unternehmen einen Insolvenzantrag gestellt. 600 Beschäftigte müssen um ihre Jobs bangen.

Von Georg Moeritz

Freiberg. Fast ein Jahr nach der Pleite der Solarworld AG hat auch der Nachfolger mit Fabriken in Freiberg und Arnstadt einen Insolvenzantrag gestellt.

600 Beschäftigte müssen jetzt erneut um die Zukunft der Produktion von Solarzellen und Modulen in Ostdeutschland bangen. Auf Antrag der Solarworld Industries GmbH bestellte das Amtsgericht am Firmensitz Bonn am Dienstag den Anwalt Christoph Niering zum vorläufigen Insolvenzverwalter.

Solarworld-Sprecher Albrecht Handke sagte der SZ am Abend auf Anfrage, in den beiden Fabriken werde derzeit normal gearbeitet. Die anwesenden Mitarbeiter seien über die Insolvenz informiert. Das Unternehmen reagiere mit dem Antrag auf „weiter gesunkene Preise“. Außerdem wolle die EU-Kommission die Zölle gegen chinesische Konkurrenzprodukte auslaufen lassen. Solarworld hatte sich mehrfach für solche Schutzzölle eingesetzt.

Die Insolvenz der Solarworld AG im Mai vorigen Jahres kostete allein in Freiberg 700 Arbeitsplätze. Firmengründer Frank Asbeck kaufte zusammen mit Partnern aus dem Emirat Katar die beiden deutschen Fabriken aus der Insolvenzmasse und führte sie als GmbH weiter. Im September teilte er mit, dank guter Nachfrage 77 neue Mitarbeiter einzustellen und Leiharbeiter der Firma Trenkwalder zu nutzen.