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Bautzen

Hilfe für tschechische Pendler

Unternehmen im Landkreis Bautzen trotzen der Grenzschließung für Pendler. Diese bekommen Rückendeckung auch aus anderer Richtung.

Im Wilthener Pflegeheim arbeiten mehrere Pflegekräfte aus Tschechien, die von der Grenzschließung für Pendler betroffen sind. Unter ihnen auch Anna Holla (l.), hier mit Heimleiterin Heike Tennigkeit.
Im Wilthener Pflegeheim arbeiten mehrere Pflegekräfte aus Tschechien, die von der Grenzschließung für Pendler betroffen sind. Unter ihnen auch Anna Holla (l.), hier mit Heimleiterin Heike Tennigkeit. © SZ/Uwe Soeder

Bautzen. Ab Mittwochnacht dürfen Berufspendler aus Tschechien die Grenzen nicht mehr regelmäßig passieren. Tun sie es doch, müssen sie bei ihrer Rückkehr für zwei Wochen in Isolation. Tschechien will so die Ansteckungsgefahr mit dem grassierenden Coronavirus minimieren. Die Meldung sorgte am Dienstag im ostsächsischen Grenzgebiet für Aufsehen. In hiesigen Unternehmen arbeiten besonders viele Beschäftigte aus Tschechien.

Kurz nach Bekanntwerden der geplanten Maßnahme gaben Unternehmen im Landkreis Bautzen aber bereits Entwarnung: "Die Situation ist gefährlich geworden, aber nicht unternehmensgefährend. Wir werden mit einem blauen Auge davonkommen", meldete Ulrich Merzbach, Geschäftsführer des Tamponherstellers Ontex aus Großpostwitz. Ein Teil seiner tschechischen Belegschaft sei inzwischen nach Deutschland umgezogen. "Ein glücklicher Zufall", sagt Merzbach. Eine Handvoll der Tschechen, die er beschäftigt, sind Zeitarbeiter. Deren Wegbleiben könne man kompensieren. "Wir werden unsere Produktion etwas einschränken. Erheblich ist das aber nicht", zieht Merzbach ein Fazit und versichert: "Wir werden niemanden deswegen entlassen."

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Hofft, dass Grenzschließung nicht zu lange dauert

Beim Neukircher Lasertechnik-Spezialisten Dremicut kommen drei von 23 Angestellten aus Tschechien. Geschäftsführer Kalman Kirchner bleibt dennoch gelassen: "Zwei Kollegen arbeiten in einem Bereich unserer Fertigung, den wir ohnehin runterfahren mussten. Den anderen Kollegen, der jetzt ausfällt, müssen wir kompensieren." Er hofft, dass die rigorose Grenzschließung sich nicht allzu lange hinzieht. Seufzend sagt er: "Momentan ist das sowieso alles Kugel-Leserei."

Janet Olthof, Sprecherin des Waggonbauers Bombardier, teilt mit: "Bombardier hat an seinen sächsischen Standorten zwei Mitarbeiter mit Wohnsitz in Tschechien, beide sind am Standort Görlitz tätig. Zusätzlich arbeiten an beiden Standorten insgesamt noch rund zehn Leiharbeiter mit Wohnsitz in Tschechien. Daher ist die Grenzschließung für uns kein besonders kritisches Thema. Wir werden den Kollegen die Möglichkeit zur Unterbringung vor Ort bieten, wenn sie es wünschen."

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