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Soll Tegel als Flughafen erhalten bleiben?

Die Gegner solcher Pläne demonstrieren unverdrossen. In Berlin wird am Sonntag auch über diese Frage abgestimmt.

© dpa

Berlin. Als Bundesverkehrsminister hat sich Alexander Dobrindt (CSU) erneut offen gegen die geplante Schließung des Berliner Flughafens Tegel ausgesprochen. „Wir müssen uns den aktuellen Realitäten und Wachstumszahlen stellen“, sagte Dobrindt der „Süddeutschen Zeitung“.

Inzwischen sei klar, dass der neue Hauptstadtflughafen BER in Schönefeld ein Kapazitätsproblem bekommen werde. Am Sonntag sind die Berliner parallel zur Bundestagswahl in einem Volksentscheid aufgerufen, darüber abzustimmen, ob der Flughafen Tegel wie geplant geschlossen oder weiterbetrieben werden soll.

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Die rot-rot-grüne Koalition vertagte nach Darstellung der Opposition derweil am Mittwoch eine Behandlung des Themas Tegel und BER im Hauptausschuss des Abgeordnetenhauses. Vertreter von CDU, FDP und AfD kritisierten dies scharf.

Gemäß einer Umfrage ist eine Mehrheit der jungen Brandenburger dafür, dass der Flughafen Tegel offen bleibt. Darüber berichteten die B.Z und die Bild-Zeitung. Das Institut Insa hatte dafür den Angaben zufolge 1 000 Brandenburger unter 18 Jahren befragt. Demnach sind 51 Prozent der Brandenburger für einen Weiterbetrieb des Flughafens in Tegel, 27 Prozent sind dagegen. Die Umfrage hatte laut den Zeitungen der Verein „Berlin braucht Tegel“ in Auftrag gegeben.

Nach Dobrindts Auffassung zeigen die Beschlüsse zur Schließung von Tegel eine damalige Fehleinschätzung des Luftverkehrswachstums in Berlin. Hauptstädte mit mehr als einem Flughafen seien keine Seltenheit, darüber nachzudenken, dürfe auch in Berlin nicht verboten sein, meinte der Minister. Dobrindt hat schon mehrfach laut für den Erhalt Tegels geworben. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte dagegen bereits deutlich gemacht, dass sie keine Alternative zur Schließung des Flughafens sieht.

Der Volksentscheid parallel zur Bundestagswahl am Sonntag ist rechtlich unverbindlich, weil nicht über einen Gesetzentwurf abgestimmt wird. Der Bund sowie die Länder Berlin und Brandenburg hatten schon vor Jahren beschlossen, Tegel nach der BER-Eröffnung zu schließen. Daran will der jetzige rot-rot-grüne Senat in Berlin nicht mehr rütteln.

Vor dem Volksentscheid machten Tegel-Gegner am Dienstag noch einmal mobil. Auf Plakaten der mehreren Hundert Teilnehmer war zu lesen „Tegel schließen - Ruhe genießen“ oder „40 Jahre Fluglärm sind genug“. (dpa)