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Sachsens Extremwetter in Zahlen

Braune Wiesen, staubtrockene Felder, brennende Wälder - die Folgen des heißen Sommers 2018 werden wir noch lange zu spüren bekommen.

Von Stephan Schön
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Feldbrand zwischen Possendorf und Kreischa. An der Poststraße kurz vor Kautzsch brannten im Juli drei Hektar  eines Gerstenfeldes. Immer wieder brennen in diesem Sommer Felder und Wälder.
Feldbrand zwischen Possendorf und Kreischa. An der Poststraße kurz vor Kautzsch brannten im Juli drei Hektar eines Gerstenfeldes. Immer wieder brennen in diesem Sommer Felder und Wälder. © Roland Halkasch

Dresden. 2018 war das mit Abstand wärmste Jahr in Sachsen, seit es Messungen gibt, also seit 1881. Es war auch noch nie so trocken hier. Ein Drittel des Niederschlags fehlt. Das geht aus der Analyse vom Landesumweltamt (LfULG) und dem Deutschen Wetterdienst (DWD) hervor, die am Donnerstag für Sachsen vorgestellt wurde.

Das Extremwetter des vergangenen Jahres hat Folgen, die noch weit in die Zukunft reichen. Obwohl es im Dezember 50 Prozent mehr Niederschlag gab als üblich, ist noch kein Tropfen Wasser in den tieferen Bodenschichten angekommen. Ab einen Meter Tiefe ist es nach wie vor trocken. Bis zum Normalzustand der Bodenfeuchte fehlt eine Menge Niederschlag. Für die landwirtschaftlich wichtigen Lössregionen wären demnach immer noch 200 bis 400 Liter Wasser je Quadratmeter nötig. In den Sandböden Nordsachsens und in den Mittelgebirgen fehlen zwischen 50 und 150 Litern pro Quadratmeter.

Nur eine Region bekam sehr viel Starkregen ab, das Vogtland. Dieser bringt die Wasserbilanz dort auf ein ausgeglichenes Maß. Regen fehlt in Sachsen vor allem im Frühjahr. Es ist die Vegetationsperiode 1, eine für Pflanzen besonders sensible Zeit.
Nur eine Region bekam sehr viel Starkregen ab, das Vogtland. Dieser bringt die Wasserbilanz dort auf ein ausgeglichenes Maß. Regen fehlt in Sachsen vor allem im Frühjahr. Es ist die Vegetationsperiode 1, eine für Pflanzen besonders sensible Zeit. © SZ-Grafik

Da kann nur ein langer nasser Winter helfen. Doch der Jahreszeiten-Prognose des DWD zufolge ist das so nicht in Sicht. Normal nass und etwas zu warm, so prognostizieren die Supercomputer die nächsten drei Monate. Möglicherweise. Denn auch die große Dürre von 2018 hatten die Rechner nicht vorausgesehen. Während die Landwirtschaft 2018 von Woche zu Woche größere Probleme bekommen hatte, blieb die Wasserversorgung für die Bevölkerung stabil und hätte auch noch mehr Trockenheit überstanden. Dank der Talsperren. 

Sachsen ist bezogen auf seine Fläche das Bundesland mit den meisten Talsperren. Anders sieht es mit dem Grundwasser aus. Immer noch zeigen 71 Prozent der 1.600 Messstellen in Sachsen einen zu geringen Grundwasserspiegel. Auf dem Höhepunkt der Trockenheit Ende August lagen Dreiviertel aller sächsischen Fluss-Pegel im Niedrigwasserbereich. Kleine Flüsse und Bäche trockneten ganz aus. In der Elbe wurde am Pegel Dresden mit nur 45 Zentimeter der bisher niedrigste Wasserstand seit Errichtung der tschechischen Stauanlagen im Jahre 1964 gemessen.

In der ersten Vegetationsperiode übertrifft die Temperatur das Normalmaß um vier Grad. Verglichen zu den bisher sehr warmen Jahren sind dies noch einmal zwei Grad mehr. Görlitz und die Lausitz haben übers Jahr dann die höchste Abweichung.
In der ersten Vegetationsperiode übertrifft die Temperatur das Normalmaß um vier Grad. Verglichen zu den bisher sehr warmen Jahren sind dies noch einmal zwei Grad mehr. Görlitz und die Lausitz haben übers Jahr dann die höchste Abweichung. © SZ-Grafik

Aber gerade die Stauanlagen der Moldau waren es, die mit ihren Frischwasser-Wellen die Wasserqualität der Elbe in Zeiten der Dürre verbesserten. Im Sonder-Messprogramm des Landesumweltamtes wurden dennoch mit die höchsten jemals gemessenen Belastungen festgestellt beispielsweise an Salzen, Nickel aber auch Arzneimittelrückständen. Diese Analysen waren so präzise, dass im Elbewasser sogar einzelne Arzneimittel nachgewiesen wurden wie zum Beispiel das Schmerzmittel Ibuprofen. Die gute Nachricht aber ist: Nie lagen die Belastungen über der für die Gesundheit bedenklichen Warngrenze.

Erst seit 1951 werden die Messungen zur Sonnenscheindauer regelmäßig gespeichert. Ein Drittel mehr Sonne gab es dabei über das gesamte Jahr. Die größte Abweichung vom Normalmaß entfällt dabei aufs Frühjahr. Bis zur Hälfte mehr gab es da.
Erst seit 1951 werden die Messungen zur Sonnenscheindauer regelmäßig gespeichert. Ein Drittel mehr Sonne gab es dabei über das gesamte Jahr. Die größte Abweichung vom Normalmaß entfällt dabei aufs Frühjahr. Bis zur Hälfte mehr gab es da. © SZ-Grafik