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Sommer im Mai

Tief „Wilma“ bringt ungewöhnlich hohe Temperaturen. Was viele Menschen freut, macht Förstern und Bauern Sorgen.

© Norbert Millauer

Sächsische Schweiz. Erst Ende Mai, aber schon Temperaturen wie im Hochsommer: Der Wonnemonat kommt mit über 30 Grad daher, dabei beginnt der meteorologische Sommer erst am Freitag. Während die einen Eis schlecken, sorgen sich andere um Trockenheitsschäden. Die SZ hat sich umgehört, welche Freude und welchen Ärger die Hitze bereitet.

Klinikum rät: Viel trinken!

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Die für den Mai ungewöhnlich hohen Temperaturen machen vielen Menschen zu schaffen. Das bemerkt auch das Klinikum Pirna. „Am Dienstag wurden zwei Patienten wegen Austrocknung in der Notaufnahme behandelt“, sagte Prof. Dr. Steffen Schön. Am Wochenende waren ebenfalls Patienten im Krankenhaus, die aufgrund der Hitze behandelt werden mussten. Um einen Sonnenstich und Hitzschlag zu vermeiden, sollte man sich körperlich nicht zu schwer betätigen, rät der Chefarzt. Trinken ist bei solchen Temperaturen das A und O, gerade wenn man aktiv unterwegs ist. Bei der Auswahl der Getränke kann auch auf Saftschorle oder Sportgetränke zurückgegriffen werden, denn beim Schwitzen verliert der Körper nicht nur Wasser, sondern auch Natrium. Fehlt das, kann es zu Schwindel- oder Benommenheitsgefühlen kommen.

Sachsenforst: Kein Lagerfeuer

Aufgrund der Hitze gilt auf der Skala von 1 bis 5 im Landkreis aktuell die Waldbrandgefahrenstufe 3, in einigen Regionen sogar die 4. Der Sachsenforst bittet um korrektes Verhalten im Wald. Dazu gehört, dass Rauchen und offenes Feuer generell im Wald untersagt sind, informiert Pressesprecherin Kerstin Rödiger. Auch an den offiziellen Feuerstellen darf bei Waldbrand-Gefahr kein Lagerfeuer entzündet werden. Bei der extremen Trockenheit ist jedes Lagerfeuer eine große Gefahr. Für die Wälder gilt: Zufahrten sind unbedingt freizuhalten, damit Feuerwehr und Rettungsfahrzeuge jederzeit ungehindert in den Wald fahren können.

Schulen: Einige geben hitzefrei

An einigen Schulen in Pirna gab es am Dienstag hitzefrei. Die Mädchen und Jungen der Gauß-Oberschule mussten deshalb nur bis einschließlich fünfter Stunde Mathe, Englisch und Deutsch büffeln. Ab der sechsten war frei. „Die Räume heizen sich enorm auf, teilweise bis zu 30 Grad. Da macht Unterricht keinen Sinn“, erklärt Schulleiterin Regina Träger.

An der Friedrich-Schiller-Oberschule in Neustadt musste der Unterricht am Dienstag regulär stattfinden, informiert Schulleiter Klaus Anders. „Derzeit finden die Konsultationen für die Prüfungen der Zehntklässler statt. Auch die Unterrichtspläne der unteren Stufen sind darauf abgestimmt.“ Es sei deshalb schwierig, für die Jüngeren verkürzten Unterricht anzubieten. „Die Hitze kam dieses Jahr einfach zu früh“, resümiert Anders.

Feuerwehr: Einsatz auf dem Feld

Laut Neustadts Gemeindewehrleiter Holger Heckmann wurden die Kameraden der Feuerwehr am Dienstagmittag zu einem hitzebedingten Einsatz gerufen. Auf einem Feld in Berthelsdorf hatten Strohballen Feuer gefangen. „So etwas kann beispielsweise durch eine Glasscherbe oder eine Zigarette entfacht werden“, so Heckmann. Die Kameraden waren mit drei Wagen im Einsatz.

Baustellen: Helmpflicht trotz Hitze

Kaum Erbarmen für die Bauleute: Trotz der Hitze laufen die meisten Baustellen regulär weiter, so beispielsweise jene der Firma Lohmenbau aus Pirna. Wie immer, sagt Chef Ralf Böhmer, geht es früh halb sieben los. Bestimmte Ruhezeiten über Mittag gebe es keine. Aber zumindest der bauarbeiter-eigene Flüssigkeitshaushalt ist gesichert: Böhmer spendiert seinen Handwerkern eine extra Portion Wasser. Und auch wenn die Sonne noch so brütet: Auf der Baustelle gilt Helmpflicht.

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In der Landwirtschaft spitzt sich die Situation zu. „Erste Trockenschäden zeichnen sich ab, hauptsächlich beim Wintergetreide“, sagt Sylvia Konrad, Geschäftsführerin des Regionalbauernverbandes Sächsische Schweiz-Osterzgebirge. Es sei zwar noch nicht zu spät, aber da die Kornfüllungsphase anstehe, bräuchten Getreide und Raps dringend Wasser, damit die Körner ordentlich wachsen. Entspannter ist die Lage noch bei Mais, Kartoffeln, Erbsen und Sommergetreide. „Bei den Jungpflanzen sieht alles noch grün aus.“ (SZ/mö/nr/aeh/hui)