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Bautzen

Malen in der Mönchskirchruine

Der Bautzener Kunstverein lädt vor allem Jugendliche zur Sommerakademie ein. An einem besonderen Ort wird auch eine uralte Kunstform gelehrt.

An der Sommerakademie des Bautzener Kunstvereins, die erstmals in der Mönchskirchenruine stattfindet, sind unter anderem Hans Kutschke, Jana Böhme (Mitte) und Barbara Wiesner beteiligt.
An der Sommerakademie des Bautzener Kunstvereins, die erstmals in der Mönchskirchenruine stattfindet, sind unter anderem Hans Kutschke, Jana Böhme (Mitte) und Barbara Wiesner beteiligt. © Carmen Schumann

Bautzen. Was für eine Kulisse! Die romantische Atmosphäre in der Bautzener Mönchskirchruine kann doch auf Künstler – gestandene und solche, die es werden wollen – nur inspirierend wirken. Deshalb ist Jana Böhme vom Bautzener Kunstverein froh, dass die Stadt diesen besonderen Veranstaltungsort für die diesjährige Sommerakademie zur Verfügung stellt.

Die Sommerakademie steht in der Tradition der legendären Abendschule der Vorwendezeit im Kunsthaus Nadelwitz sowie der Sommerkurse des Kunstvereins der Jahre 1993 bis 2005. Nach einer Pause wurde dann in den Jahren 2017 und 2019 wieder daran angeknüpft. Wegen der überragenden Resonanz auf den Sommerkurs am Schloss Spreewiese im Vorjahr habe man trotz der Corona-bedingten Unwägbarkeiten auch 2020 eine Sommerakademie organisiert, sagt Jana Böhme. Diese richtet sich besonders an künstlerisch begabte Jugendliche, die mit den Ergebnissen ihrer Arbeit ihre Bewerbungsmappe für ein Kunststudium bereichern können.

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Das bewusste Sehen lernen

Vom 20. bis zum 25. Juli haben Interessenten aller Altersgruppen die Möglichkeit, sich auf den Gebieten Malerei/Grafik, Holzgestaltung und Fresko-Malerei weiterzubilden. Letzteres Genre steht erstmals auf dem Programm der Sommerakademie. Hierfür konnte Edith Böhme gewonnen werden. Das Fresko gilt als Ursprung der Malerei als Kunstform. Denn schon in den Frühzeiten der Menschheit brachte man bildliche Darstellungen auf Wände. In der Antike, aber auch im Mittelalter und im Barock erlebte die Fresko-Malerei Blütezeiten.

In Bautzen werden die Teilnehmer der Sommerakademie, die sich für die Fresko-Malerei entscheiden, Bildtafeln gestalten, auf die zunächst Kalkputz aufgetragen wird, auf den dann die gewünschte Darstellung nass aufgebracht wird.

Doch natürlich können sich künstlerisch Interessierte auch für die klassischen Darstellungsformen Malerei und Grafik anmelden. Der Dresdner Maler Hans Kutschke übernimmt den Zeichenkurs, seine Kollegin Gabi Keil ist für die Malerei zuständig. Gerade bei diesen beiden Darstellungsformen sind Überschneidungen durchaus erwünscht. Das heißt, man kann wechselseitig in die Kurse hineinschnuppern. Auch die Exkursionen zu interessanten Motiven in der Altstadt werden gemeinsam unternommen.

Hans Kutschke sagt: „Ich möchte den Schülern Anleitung geben für das bewusste Sehen.“ Er will sie ermutigen, freier zu werden und mögliche alte Gewohnheiten abzulegen. Es wäre schön, so der Maler, wenn der Sommerkurs Anstöße für die Teilnehmer vermitteln könnte, sich weiterhin gemeinsam zum schöpferischen Tun zu treffen.

Arbeiten werden öffentlich gezeigt

Für alle, die gern räumlich arbeiten, möchte die Bildhauerin Barbara Wiesner Grundlagen der künstlerischen Holzgestaltung vermitteln. Die Künstlerin will die Kursteilnehmer ermutigen, nach Begutachtung der vorliegenden Holzstämme ihr eigenes Motiv zu finden und es unter Berücksichtigung der Wuchs-Eigenart des Baumstückes herauszuarbeiten. Wer will, kann das Schnitzwerk zum Schluss auch noch farbig gestalten.

Die Baumstücke stellt der Holzgestalter Ingo Heinze zur Verfügung. Dieser wird zum Ausklang der Sommerakademie als Didgeridoo-Spieler zusammen mit weiteren Künstlern am 25. Juli in der Mönchskirchenruine musizieren. Dabei werden auch die entstandenen Arbeiten präsentiert. Gäste sind dazu unter Einhaltung der Abstandsregeln herzlich willkommen.

Sollte es während des Sommerkurses regnen, können als Ausweichquartiere das der Mönchskirchruine gegenüber liegende Gebäude Große Brüdergasse 8, das Matthias Winsmann zur Verfügung stellt, sowie der Nicolaiturm genutzt werden. Die Sommerakademie wird von der Kreissparkasse Bautzen und vom Kulturraum Oberlausitz/Niederschlesien unterstützt.

Für die Sommerakademie können sich Interessenten in der Galerie Budissin an der Schloßstraße 19 in Bautzen anmelden. Geöffnet ist sie dienstags bis sonnabends von 14 bis 18 Uhr. Die Kursgebühren betragen 120 Euro für Erwachsene und 50 Euro für Jugendliche.

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