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Gesundheit

Sommerzeit ist Pollenzeit 

Immer mehr Deutsche leiden unter Allergien. Besonders im Ausland drohen böse Überraschungen. 

© Corina Cenczi

Wie bereiten sich Betroffene auf den Urlaub vor? Von juckenden Nasen und tränende Augen bis hin zu Symptomen, die einer Erkältung ähneln oder das Leben gefährden - Etwa 30 Millionen Menschen leiden laut dem Ärzteverband Deutscher Allergologen unter Heuschnupfen, Kontakt- oder Lebensmittelallergien. Und die Zahl der Allergiker wächst weiter. Auch Personen, die ihr gesamtes Leben keine Beschwerden hatten, können plötzlich erkranken. Ein besonderes Risiko herrscht beim Urlaub in unbekannten Regionen. Welche Risiken drohen im Ausland? Wie bereitet man sich auf Pollenflug im Ausland vor?

Vorbereitung auf Pollenflug im Urlaub

Die beste Grundlage für Vorbereitungen auf den Pollenflug im Ausland ist ein Allergietest beim Arzt. Allergiker müssen wissen, welche Pflanzen, Tiere und Nahrungsmittel sie vermeiden sollen und wo Risiken liegen. Mit dem entsprechenden Vorwissen können die Risiken und Gefahren der Wunschdestinationen zum Zeitpunkt des Urlaubs gut abgeschätzt werden.

Neben Allergietabletten sollten alle, die von akuten allergischen Reaktionen geplagt werden, verschriebene Medikamente immer mit sich führen. Wer dem Arzt sagt, auf welche Allergene getestet werden soll und wohin die Reise geht, kann sich gezielt auf besondere Umstände am Destinationsort vorbereiten.

Pollenwarndienste und geeignete Urlaubsregionen

Neben wichtigen Vorbereitungen wie zum Beispiel dem Vergleich von Flügen, Hotels oder Ferienwohnungen bieten internationale Pollenwarndienste Vorhersagen für viele Urlaubsdestinationen. Auch Apps zum Pollenflug in verschiedenen Regionen der Welt finden sich, sind allerdings im Gegensatz zum Pollenwarndienst der Medizinischen Universität Wien oft kostenpflichtig.

Während die Blütezeit der Pflanzen ziemlich zuverlässig vorausgesagt werden kann, spielt wechselndes Wetter eine große Rolle bei der Intensität des Pollenflugs. Allgemein gilt, dass heiße Temperaturen und ländliche Urlaubsregionen eine größere Belastungen darstellen, als ein Urlaub in gemäßigten und kühlen Gebieten. Statt einem Urlaub in Madrid oder am Mittelmeer sollten Allergiker also lieber auf das Gebirge, die Nord- und Ostsee ausweichen.

Experimente zu neuen verrückten kulinarischen Kombinationen sollten bei bekannten Allergien vermieden werden. Wichtig ist auch, sich vorher über Notfallnummern zu informieren. Besonders empfindliche Allergiker stellen sicher, dass Haustiere in der Unterkunft verboten sind oder nutzen speziell zugeschnittene Angebote.

So gelingt der pollenfreie Urlaub

Während ein kleiner Heuschnupfen oder Allergie auf Birkenpollen nur eine kurze Zeit des Jahres belasten und mit verschiedenen Vorsichtsmaßnahmen und Medikamenten gelindert werden können, sind andere Allergien wie Hausstaub oder Tierhaare saisonal unabhängig und dadurch noch nerviger. Urlaubsangebote, die extra auf Allergiker zugeschnitten sind, schützen vor bösen Überraschungen und bieten neben speziellen Zimmern auch ausgewählte Restaurants in der Umgebung an, die ein zugeschnittenes kulinarisches Angebot vorweisen.

Urlaub im Gebirge oder an der See in gemäßigten Klimazonen stellen eine enorme Entlastung dar. Pollenflugkalender sind eine wichtige Hilfe, um lokale Belastungsspitzen wie die Birkenblüte, die in nördlichen Regionen später stattfindet oder die Belastung durch Pflanzen, die es in der Heimat überhaupt nicht gibt, zu entschärfen.

Dank moderner Angebote und sicherer Voraussagen zur Pollenflugsituation in beliebten Urlaubsländern können auch Allergiker die schönste Zeit des Jahres zur Entspannung nutzen - ganz ohne laufende Nasen.

Dieser Artikel entstand in Zusammenarbeit mit dem externen Redakteur Michel Meyer.