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Sonderführung im Dom

Meißen. Geht man durch den Meißner Dom, so schreitet man über Gräber hinweg. Nicht nur in der Begräbniskapelle der Meißner Fürsten oder im Hohen Chor, wo man die Grabplatten nicht übersehen kann, sondern im gesamten Dom gibt es seit dem Mittelalter bis zum Jahr 1717 etwa 200 Bestattungen.

Meißen. Geht man durch den Meißner Dom, so schreitet man über Gräber hinweg. Nicht nur in der Begräbniskapelle der Meißner Fürsten oder im Hohen Chor, wo man die Grabplatten nicht übersehen kann, sondern im gesamten Dom gibt es seit dem Mittelalter bis zum Jahr 1717 etwa 200 Bestattungen. Die dazu gehörenden Grabplatten befinden sich seit über 100 Jahren nicht mehr im Fußboden und so ist die Tatsache, dass die Domkirche ein bevorzugter „Friedhof“ war, heute aus dem Bewusstsein der Menschen verschwunden. Die Anordnung und die Gestaltung der Grabplatten sagen viel über Ruhm, Macht und Glaubensvorstellungen aus.

Wer aber ist dort bestattet? Und welche Beweggründe bzw. Erwartungen hatten die Verstorbenen, als sie sich so einen prominenten Bestattungsort aussuchten? Worauf warten sie dort? Mit diesen Fragen, denen die am Sonnabend, dem 24. November stattfindende Sonderführung durch den Dom nachgehen wird, sind wir ganz nahe beim Thema des Sterbens. Dazu passt der Zeitpunkt der Führung – am nächsten Tag ist nämlich der Ewigkeitssonntag (oder auch der Totensonntag, wie der Volksmund sagt); also ein Tag des traditionellen Totengedenkens.

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Tote und Lebende pflegten im Mittelalter regen Austausch. Das zeigt, dass sich Sterben und Tod nicht auf die Stunden der Bestattung reduzieren lassen, sondern eine Dimension besitzen, die weit in das Leben hineinreicht. Insofern ist die Beschäftigung mit diesem Thema auch ein Hinweis für uns, die Sinne zu öffnen für die eigene Auseinandersetzung mit Tod, Bestattung und Gedenken.

Durch den Dom führt Dombaumeister a.D. Günter Donath.

Sonnabend, 24. November, 14 Uhr.

Die Zahl der Teilnehmer an der Führung muss beschränkt werden. Deshalb wird eine rechtzeitige telefonische Voranmeldung in der Domverwaltung unter  03521 45 24 90 empfohlen.