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Sonne, Wärme und Wein

Tausende Menschen und erlesene Weine lassen die Nacht in Döbeln nicht enden. Sogar die Gläser werden knapp.

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© Dietmar Thomas

Von Rasmus Wittrin

Döbeln. Ab 18 Uhr ist auf der Breiten Staße und dem Niedermarkt kein Durchkommen mehr an diesem Sonnabend. An den Straßenrändern drängen sich dicht an dicht die Verkaufsstände, in der Mitte stehen voll besetzte Biertischgarnituren und in den Lücken dazwischen quetschen sich die Menschen.

Johann und Johanna Willi – vorn im Bild – gehören zu den Stammgästen der Döbelner Weinfeste. Seit dem ersten sind sie dabei.
Johann und Johanna Willi – vorn im Bild – gehören zu den Stammgästen der Döbelner Weinfeste. Seit dem ersten sind sie dabei. © Dietmar Thomas

„Wir bleiben bis zum Schluss, bis alles vorbei ist!“, ruft Weinfest-Besucher Peter Köhler. Johann Willi, ein anderer, freut sich über den neuen Veranstaltungsplatz: „Hier passen so viele Leute hin, das ist super!“ „Heute geht Federweißer und Wein aus Rhein-Hessen und Sachsen gut weg“, erzählt Claudia Blase, die im Auftrag des Weinbauvereins Döbeln Wein verkauft. Angela Petzold, Sachgebietsleiterin Kultur von der Stadtverwaltung und Mitorganisatorin des diesjährigen Weinfestes, erklärt: „An Musik ist heute alles dabei, angefangen bei Swing über Schlager-Musik bis hin zu Rock und Mittelalterrock.“

Und Hobbywinzer Johann Kehl, der zusammen mit Angela Petzold und Marina Haase vor nunmehr schon fast zehn Jahren die Idee zu den Weinfesten hatte, fasst zusammen: „Die Qualität der Döbelner Weinfeste steigerte sich von Mal zu Mal . Heute hat es sich schon so etabliert, dass man es zu den festen Größen der sächschischen Weinfeste zählen kann.“

Das sieht man auch daran, dass viele Weinfestbesucher regelmäßig kommen und schon von Beginn an dabei waren. Das Ehepaar Johanna und Johann Willi gehört zu diesen Stammgästen: Zusammen mit einigen Freunden hat es sich einen schönen Platz auf dem Niedermarkt ausgesucht und genießt nun unter guten Gesprächen, lautem Lachen und Blasmusik im Hintergrund die Spezialitäten des Weinfests. „Wir haben zwar noch nicht alles probiert, aber bis jetzt ist Traminer unser Lieblingswein. Das ist ein ungarischer Wein, und er schmeckt wirklich sehr gut“, erzählt Johann Willi. Und wenn er das sagt, muss es auch stimmen, denn die Weinkenntnisse des Ehepaares erstrecken sich über das Weinfest hinaus auch auf einige ab und zu veranstaltete Abende zu Hause, wo der Rebensaft getrunken wird. „Wir sind eben Genießer!“, lacht Johanna Willi.

Bevor sich das Ehepaar aber ganz dem Genießen widmen kann, will es noch beim Weinquiz mitmachen. Dabei soll wie auch schon in den vorangegangenen Jahren die Döbelner Reblaus ausfindig gemacht werden. Das diesjährige Weinquiz ist so aufgebaut, dass man an jedem der insgesamt fast zwanzig Stände eine Frage beantworten muss. Ist die Antwort richtig, bekommt man einen Buchstaben für die beiden Lösungswörter verraten, die aus insgesamt 17 Buchstaben bestehen.

Maja und Peter Köhler sind auch als Ehepaar gekommen, bei ihnen steht aber Riesling und Kerner ganz oben auf der Weinliste. „Wir mögen halbtrockenen Wein, und die besondere Note im Kerner durch die spritzige Säure, die man da rausschmeckt“, so Peter Köhler.

Winzer Johann Kehl freut sich über die vielen Besucher und Stände, die auf dem achten Döbelner Weinfest Weine probieren, trinken und anbieten. „Am Anfang der Döbelner Weinfeste sind einige dieser Idee mit viel Skepsis begegnet. Ich bin froh, dass wir darüber hinweg sind und die Döbelner und sogar viele von außerhalb das Angebot so gut annehmen. Und das, obwohl wir wegen der Bauarbeiten an der Nicolaikirche wieder nicht auf dem Lutherplatz sein konnten.“ Dafür sei das Wetter aber perfekt gewesen: Sonne, Wärme und Wein, das braucht es für ein Weinfest, und das gab es auch in Hülle und Fülle. Ab und zu, so Kehl, wurden zwar die Gläser knapp, aber das tat der guten Stimmung auf dem Weinfest keinen Abbruch.