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Sorbisch im Fokus

Drei Orte im Landkreis wurden für ihr Engagement beim Thema Zweisprachigkeit geehrt. Für Bautzen gab es Kritik.

© Uwe Soeder

Schleife. Ortsschilder in Deutsch und Sorbisch gehören in den Landkreisen Bautzen und Görlitz zum Alltag wie Zweisprachigkeit in Schulen, Kindergärten, Geschäften – oder bei der Plauderei über den Gartenzaun im Städtedreieck Bautzen-Kamenz-Hoyerswerda. „Es ist jede Mühe wert, die sorbische Sprache und Kultur zu pflegen und zu erhalten“, sagte Maria Michalk (CDU), Vorsitzende des Rates für sorbische Angelegenheiten in Sachsen bei der Preisverleihung zum Wettbewerb „Sprachenfreundliche Kommune – die sorbische Sprache lebt“ am Freitag in Schleife.

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Dieser Wettbewerb ist für Michalk ein Signal für die Analyse und Belebung der Zweisprachigkeit in den Kommunen. Bei seiner dritten Auflage in Sachsen nahmen 14 der 42 Kommunen des zweisprachigen Territoriums teil. In der Kategorie „Stadt“ holte sich Hoyerswerda den ersten Platz. In der Kategorie „Sorbisches Kerngebiet“ ging der erste Preis nach Crostwitz, in der Kategorie „Zweisprachige Kommune“ hat sich Lohsa gegen die Mitbewerber durchgesetzt. Die Erstplatzierten erhalten eine Prämie von 1 000 Euro, die Zweit- und Drittplatzierten jeweils 500 und 250 Euro.

Ein Wermutstropfen bleibt jedoch: „Viele Kommunen haben gar nicht erst teilgenommen. Wir wollen nicht müde werden, die schönen Seiten der Zweisprachigkeit herauszuarbeiten und gleichzeitig den Finger in die Wunde legen“, sagte Maria Michalk. Kritik übte sie auch an Bautzen. Die „Hauptstadt der Sorben“ habe sich genau wie viele andere unbegründet gegen eine Beteiligung am freiwilligen Wettbewerb entschieden. Dabei hätte sich seit der ersten Wettbewerbsrunde in den Jahren 2004 und 2005 vieles in den Kommunen verändert. „Früher haben viele das Sorbische als Pflichtaufgabe wahrgenommen. Inzwischen machen viele mehr, als sie müssen. Die Kommunen setzen sich immer mehr mit Zweisprachigkeit auseinander. Das ist der Schatz der Lausitz“, sagte die Ratsvorsitzende.

Bewertet werden durch eine Jury die Umsetzung der gesetzlichen Bestimmungen sowie freiwillige Initiativen zum Erhalt der sorbischen Sprache und Kultur in den einzelnen Kommunen. (dpa)