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Bautzen

Sorbische Sprachschule eröffnet

Ab September bietet das Landesamt für Schule und Bildung Kurse für Lehrer und Erzieher an. Damit soll vor allem ein Problem gemildert werden.

Benedikt Ziesch unterrichtet die Mitarbeiterinnen des Lasub Angela Ruscher (M.) und Pia Urban in einem Sorbisch-Kurs für Behördenmitarbeiter. Dieser wird jetzt an der neuen Sorbischen Sprachschule fortgeführt.
Benedikt Ziesch unterrichtet die Mitarbeiterinnen des Lasub Angela Ruscher (M.) und Pia Urban in einem Sorbisch-Kurs für Behördenmitarbeiter. Dieser wird jetzt an der neuen Sorbischen Sprachschule fortgeführt. © Carmen Schumann

Bautzen. Benedikt Ziesch ist eigentlich kein Lehrer. Doch seine Schülerinnen Angela Ruscher und Pia Urban sind mit seinen Unterrichtsmethoden sehr zufrieden. Die beiden Referentinnen am Standort Bautzen des Landesamtes für Schule und Bildung (Lasub) besuchen schon seit einem reichlichen Jahr einen Sorbisch-Kurs, den der Muttersprachler Benedikt Ziesch leitet.

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Er ist eigentlich schon Rentner. In seiner früheren Tätigkeit beim Landratsamt Bautzen hatte er schon einmal Sorbisch-Kurse gegeben, die, wie er sagt, sehr gut besucht waren. Und dies an allen drei Behördenstandorten in Bautzen, Kamenz und Hoyerswerda. Der Kurs, an dem neben Angela Ruscher und Pia Urban noch zehn weitere Mitarbeiter des Lasub teilnehmen, wird nun unter dem Dach der neu ins Leben gerufenen Sorbischen Sprachschule fortgeführt. Diese wurde am Montag im Beisein des Sächsischen Kultusministers Christian Piwarz (CDU) eröffnet. Der Freistaat stellt der Schule für die Jahre 2019 und 2020 jeweils rund 162 500 Euro zur Verfügung. Mit dem neuen Angebot sollen Lehrer fit gemacht werden für den Unterricht in sorbischer Sprache. Denn nach wie vor ist der Bedarf an Lehrern, die auf Sorbisch unterrichten können, nicht gedeckt. Die regulären Kurse starten Anfang September. Sie tragen den Ausgangsvoraussetzungen der erwachsenen Schüler Rechnung. Deshalb gibt es einen Grundkurs und einen für Fortgeschrittene. Nach den Herbstferien kommt dann noch ein Konversationskurs für diejenigen hinzu, die ihre schon vorhandenen Sprachkenntnisse auffrischen wollen. Dessen Kursleiter Dušan Scholze befindet sich momentan selbst noch in der Weiterbildung. Die Grund- und Fortgeschrittenen-Kurse werden von Michael Schäfer geleitet. Bis jetzt haben sich für die Kurse je sieben bis acht Teilnehmer angemeldet. Ihre Zahl kann noch bis 15 aufgestockt werden. Das Angebot richtet sich vorrangig an Lehrer und Erzieher, weil Pädagogen mit sorbischen Sprachkenntnissen dringend benötigt werden. Doch auch Hortnerinnen und Mitarbeiter von sorbischen Einrichtungen, die den Schulen pädagogische Angebote machen, sollen sich angesprochen fühlen.

Schrittweise Erweiterung geplant

Der Kursbetrieb findet in den Räumen des Lasub und in der Bibliothek des Sorbischen Schul- und Begegnungszentrums statt. Angestrebt wird aber, dass alle Kurse im Lasub laufen können, wofür im fünften Stock des Gebäudes an der Otto-Nagel-Straße Räume angemietet und entsprechend ausgestattet werden sollen. Im Jahr 2023 zieht das Lasub an seinen neuen Standort in der Husarenkaserne an der Käthe-Kollwitz-Straße um. Dort werden dann auch Räume für die Sorbische Sprachschule zur Verfügung stehen.

Sebastian Handrick, der Koordinator für sorbische Angebote beim Lasub, sagt, dass die Sorbische Sprachschule Schritt für Schritt erweitert werden soll. Die Erfahrungen, die die Teilnehmer des Kurses von Benedikt Ziesch bisher gemacht haben, können dabei von großem Nutzen sein. Nach Meinung von Angela Ruscher und Pia Urban müsste für passendes Unterrichtsmaterial gesorgt werden, das auf den Erfahrungshorizont von Erwachsenen ausgerichtet ist. Bislang wird nämlich mit Schulbüchern für Kinder sowie mit Online-Angeboten in sorbischer Sprache gearbeitet. Die Sprachschule wird mit weiteren Anbietern sorbischer Sprachkurse kooperieren.