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Sorge um den Notfalldienst

Die Apotheke Oberland in Ebersbach hat nächste Woche 24 Stunden Bereitschaft – obwohl ein Weg zu ihr versperrt ist.

© Rafael Sampedro

Von Gabriela Lachnit

Christiane Herrmann hegt große Befürchtungen: Wenn die Oberland-Apotheke vom 2. bis 8. Oktober 24 Stunden Bereitschaft hat, könnte es passieren, dass Ortsfremde vor allem nachts den Weg zur Apotheke nicht finden. „Denn in der Friedrich-Ebert-Straße, direkt vor unserer Tür, ist eine Baustelle“, sagt die Inhaberin der Einrichtung. Ortsfremde geben in ihr Navigationssystem die Adresse der Oberland-Apotheke ein und stehen dann womöglich aus Richtung Rumburger Straße kommend vor dem Bauzaun. Von einer Apotheke ist dort weit und breit nichts zu sehen. Der Fremde wisse dann nicht, dass er nur noch knapp 150 Meter zu Fuß weitergehen muss und schon ist er an der Apotheke. „Nachts sind alle Katzen grau, und viele Menschen können sich dann schlecht orientieren“, weiß Frau Herrmann. Sie möchte aber, dass jedem Hilfesuchenden Medikamente und Rat gegeben werden können, wenn er sich an sie oder eine der Mitarbeiterinnen wendet. Während der 24-Stunden-Bereitschaft kommen die Patienten vor allem nachts aus dem ganzen Oberland. Nicht nur aus Ebersbach-Neugersdorf, sondern auch aus Neusalza-Spremberg, Schönbach, Beiersdorf, aus Löbau, Kottmar, Leutersdorf, Seifhennersdorf und sogar aus den anliegenden Orten im Landkreis Bautzen fahren die Leute zur Oberland-Apotheke, wenn sie Bereitschaftsdienst hat. Dann sind nämlich die anderen Apotheken im Umland nachts und am Wochenende geschlossen.

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Es sind vor allem Patienten, die wegen eines Notfalles den Notfalldienst der Apotheke in Anspruch nehmen müssen: Wenn sie Rezepte vom Arzt nach einem Hausbesuch einlösen, wenn sie aus der Rettungsstelle kommen und Arznei benötigen und auch, wenn jemand Schmerzmittel oder Medikamente gegen zum Beispiel eine Erkältung braucht. Die gibt es dann an der sogenannten „Nachtklingel“ der Apotheke. Anders als bei Tage von Montag bis Sonnabend gibt es nachts keinen Zutritt zur Apotheke für die Patienten. „Groß und deutlich ist aber angezeigt, wo man klingeln muss“, unterstreicht die Apothekerin. Sie verweist darauf, dass an jeder Apotheke im Kreis vermerkt ist, welche Einrichtung wann den Bereitschaftsdienst macht.

Noch etwa drei Wochen müssen Christiane Herrmann und ihre Mitarbeiterinnen sowie die Patienten mit der Baustelle vor der Tür leben. Dann soll sie ein Stück weiterrücken, sodass wenigstens der Parkplatz des Hauses wieder benutzbar ist. Frau Herrmann verweist darauf, dass während der Bauzeit der Parkplatz an der ehemaligen Kaufhalle in der Ebert-Straße genutzt werden darf. Von dort sind es nur wenige Meter zu Fuß bis zur Apotheke. Auf dem Hofeweg, der jetzt wieder durchgängig befahrbar ist, darf man in Richtung Spreedorfer Straße parken.

Die 24-Stunden-Bereitschaftsdienste werden im Altkreis Löbau bereits ein Jahr im Voraus geplant. Dann weiß jede Apotheke genau, wann sie dran ist und kann sich langfristig darauf einstellen. Apotheker Hartmut Scheibner, der den Bereitschaftsplan der Apotheken im Altkreis Löbau federführend erstellt, verweist darauf, dass Änderungen des Planes nur mit sehr hohem Aufwand möglich sind. Der Plan wird von der Sächsischen Landesapothekerkammer, die für den Notdienst zuständig ist, bestätigt und an sehr viele Einrichtungen, darunter Arztpraxen, Krankenhäuser und Zeitungen, verschickt. Er ist auch im Internet zu finden. „Seit etwa 25 Jahren gibt es diese Form der Dienstbereitschaft im Altkreis Löbau. Das funktioniert gut“, sagt Scheibner, Inhaber der Johannis-Apotheke in Löbau. Selbst der Bereitschaftsdienst zum Tag der Sachsen, als die betreffende Apotheke im Sperrgebiet lag, habe gut geklappt, sagt er. Etwa vier Wochen – jeweils übers Jahr verteilt – ist jede Apotheke im Altkreis Löbau zum Bereitschaftsdienst eingeteilt. Zur Weihnachtszeit erfolgt der Bereitschaftsdienst aber im Tageswechsel.