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Sorgen um Hartmann

© Robert Michael

Dynamos Kapitän muss das Trainingslager abbrechen. Sein Knie wird in Dresden untersucht.

Erst Florian Ballas, nun Marco Hartmann – in der Trainingslagerwoche schlägt das Verletzungspech bei Dynamo zu. Dabei war der Kapitän nach dem Testspiel gegen Huddersfield Town am Mittwoch optimistisch. „Es war nur ein Schlag aufs Knie, deswegen sollte das Innenband eigentlich nichts abbekommen haben“, hatte er nach dem 0:0 in Rüsselsheim gesagt. Allerdings trug der 30-Jährige dabei schon einen dicken Kühlverband um das rechte Knie.

Nachdem die erhoffte Besserung auch zwei Tage danach nicht eintrat, musste Hartmann das Dynamo-Trainingslager in Herxheim am Freitag vorzeitig verlassen. Am Samstag soll bei einer MRT-Untersuchung in Dresden die Ursache der Beschwerden gefunden werden.

Hartmanns Krankenakte ist ein Kapitel für sich, und zum Trainingsstart hatte er noch geflachst: „Der erste Teil ist gut überstanden: In der Vorbereitung auf die Vorbereitung konnte ich alle Läufe machen“, meinte er – und hinzugefügt: „Für mich ist täglich ein fester Termin für die Massage geblockt.“ Seit er 2013 zu Dynamo kam, blieb der defensive Mittelfeldspieler nur in einer Saison nahezu verletzungsfrei: im Aufstiegsjahr 2015/16. In der ersten Spielzeit in Liga zwei fiel er ausgerechnet in der Phase wegen einer Bauchmuskelzerrung aus, in der die Schwarz-Gelben eine Chance auf den Durchmarsch hatten. In den fünf Spielen ohne ihn holten sie jedoch nur einen Sieg. Und auch in der vorigen Saison verpasste der gebürtige Thüringer aufgrund zweier Muskelfaserrisse und einer Innenbanddehnung insgesamt 16 Partien – ein Grund für die schwankenden Leistungen der Mannschaft.

Denn Hartmann fehlte als Führungspersönlichkeit, als das „Mentalitätsmonster“ auf dem Platz, wie ihn ein gegnerischer Trainer mal bezeichnet hatte. Damit sich das nicht wiederholt, hat Dynamo vorgesorgt und mit Patrick Ebert, Brian Hamalainen und Dario Dumic international erfahrene Profis verpflichtet. Sie sollen nicht nur der Defensive Stabilität verleihen, sondern auch ihre mentale Stärke ins junge Team einbringen.

Zudem droht mit Ballas, bei dem eine alte Schulterverletzung wieder aufgebrochen ist, ein weiterer Ausfall. Er war zwar mit nach Herxheim gefahren, konnte aber nicht wie gehofft ins Training einsteigen. Nach der Untersuchung bei einem Heidelberger Spezialisten ist noch offen, ob der 25-Jährige operiert werden muss. (SZ/cdh)