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SOUNDING COLOURS 

Die Internationalen Messiaen-Tage Görlitz-Zgorzelec greifen vom 15. bis 19. Januar 2020 die bewegende Geschichte des Ortes musikalisch auf.

Sounding colours - Messiaen-Tage Görlitz-Zgorzelec
Sounding colours - Messiaen-Tage Görlitz-Zgorzelec © Meetingpoint Music Messiaen e.V.

Am südöstlichen Stadtrand der Doppelstadt Görlitz-Zgorzelec liegt ein besonderer historischer Ort, der lange Zeit vergessen war und seit wenigen Jahren wieder ins Bewusstsein gehoben wird: das frühere Kriegsgefangenenlager Stalag VIII A. 120.000 Kriegsgefangene aus verschiedenen Nationen waren von 1939 – 1945 hier registriert, geschätzte 12.000 überlebten es nicht. Viele von ihnen waren in Arbeitskommandos eingeteilt und prägten so entscheidend das Görlitzer Stadtbild mit.

Dass Musik nicht trennt, sondern verbindet und über Schmerz und Elend hinweg helfen kann, bewies der französische Komponist Olivier Messiaen, als er während seiner Gefangenschaft im Stalag VIII A sein musikalisches Meisterwerk, das „Quartett auf das Ende der Zeit“ („Quatuor pour la fin du temps“) komponierte und gemeinsam mit drei Mitgefangenen erstmals am 15. Januar 1941 in der Theaterbaracke des Lagers uraufführte. 

Heute gehört das Quartett zu den bekanntesten und meistgespielten Werken des 20. Jahrhunderts. Zum Gedenken aller, die in diesem Lager litten, bangten und hofften, lädt der Meetingpoint Music Messiaen e.V. seit 2008 jährlich am 15. Januar zu einem besonderen Konzert ein. 2017 erwuchs aus dem wiederkehrenden Einzelereignis ein mehrtägiges Festival, welches vom europäischen Friedensgedanken inspiriert, Menschen auf beiden Seiten der Neiße, sowie aus ganz Europa und der Welt an diesem einzigartigen Ort zusammenbringen will. 

Das Leitmotiv der vierten Auflage lautet „sounding colours“ und rückt Olivier Messiaens Verknüpfung verschiedener Sinneswelten ins Zentrum: Klang und Farbe. Sowohl im Gedenkzentrum auf dem einstigen Lagergelände, als auch an anderen, sehr verschiedenen Orten im Stadtgebiet von Görlitz und Zgorzelec reflektieren MusikerInnen aus verschiedenen Ländern und künstlerischen Sparten die Beziehung zwischen Sehen und Hören. Zu den Höhepunkten des Festivals zählen audiovisuelle Performances von Franz Danksagmüller – in der ehemaligen Hochschule für Kirchenmusik – und dem Ensemble Rubin, sowie Vorträge zu Farb- sowie Klangästhetik u. A. von Prof. Dr. Stefan Keym und Prof. em. Dr. Karl Schawelka. Olivier Messiaens Werke treffen auf Werke weiterer Komponisten, die sich Licht- und Farbaspekten in der Musik widmen und erklingen u. A. auf der weltberühmten Sonnenorgel in der Kirche Sankt Peter und Paul – der größten spätgotischen Hallenkirche Sachsens. Führungen und Workshops, vor allem für junge Menschen, bieten zudem Annäherungen an die Geschichte des Kriegsgefangenenlagers Stalag VIII A.

Termine, Tickets und Programm

15. – 19. Januar 2020

Informationen zum Festivalprogramm finden Sie HIER

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