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Pirna

Sozialer Wohnungsbau für Vögel

500 Nistkästen werden bei einem Gemeinschaftsprojekt von Awo und Nabu gezimmert. Dafür greifen auch Hortkinder aus Heidenau und Pirna zur Säge.

Peter Kettler (l.) vom Awo-Kreisverband und Sebastian Schmidt vom Nabu mit einem gezimmerten Vogelhaus: In den Sommerferien sollen Schüler Hunderte dieser Nistkästen bauen. © Daniel Schäfer

Stolz präsentiert Peter Kettler den hölzernen Kasten. „Der Prototyp ist bereits fertig“, sagt der Erste Vorsitzende des Kreisverbands Sächsische Schweiz der Arbeiterwohlfahrt (Awo). Weitere 500 Nistkästen sollen folgen.

Gemeinsam mit dem Naturschutzbund (Nabu) hat der Kreisverband jetzt den Startschuss für das Projekt „Praktisches Naturerlebnis“ gegeben. An dem Bau der Nistkästen sind viele beteiligt. Zunächst bereiten die Mitarbeiter der Awo-Jugendwerkstatt Heidenau die Bretter vor und sägen sie zurecht. In den Sommerferien werden diese dann von Hortkindern aus der Region zu Ende bearbeitet. „Es geht darum, die Bretter unter Anleitung zusammenzuschrauben und das Einflugsloch zu sägen“, erklärt Kettler. Diese Arbeit soll ebenfalls in der Jugendwerkstatt in Heidenau stattfinden.

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Nach der Fertigstellung werden die Nistkästen von den Kindern mithilfe ihrer Eltern aufgehängt. Tipps und Unterstützung gibt es bei diesem Part vom Nabu. „Zum Beispiel können die Kästen in die eigenen Gärten gehängt werden oder auch in den öffentlichen Wald. Dazu müssten wir natürlich zuvor beim Sachsenforst anfragen und uns eine Erlaubnis holen“, erklärt Sebastian Schmidt, Vorsitzender der Nabu- Regionalgruppe Oberes Elbtal.

Mehrere Schulhorte haben sich für das Projekt bereits angemeldet, darunter die Astrid-Lindgren-Schule in Heidenau, die Heinrich-Heine-Grundschule in Großsedlitz sowie die Pirnaer Horte, die in Trägerschaft der Awo sind. Vorgesehen ist, dass die Nistkästen später hauptsächlich von den Vogelarten Meise und Wendehals angeflogen werden.

Aus Sicht von Sebastian Schmidt fördert das Projekt das Umweltbewusstsein bei Kindern und sensibilisiert die Jungen und Mädchen für die Belange der Natur.

Dem stimmt Peter Kettler zu. „Außerdem üben sich die Kinder darin, sorgfältig und rücksichtsvoll zu handeln, wenn sie mit Säge und Hammer arbeiten. Wir fördern so ihre Kreativität und beschäftigen sie sinnvoll in den langen Sommerferien.“

Die Teilnahme an dem Nistkastenprojekt ist übrigens kostenlos. Aber die Awo freut sich über eine Spende. Der Nabu nimmt weitere Bewerbungen für das Projekt von Horteinrichtungen entgegen.

Parallel zum Bau der Nistkästen hat die Nabu-Regionalgruppe derzeit noch ein zweites Projekt laufen, bei dem ebenfalls die Schulen mit ins Boot geholt werden. Rund 150 Insektenhotels sollen entstehen. „Einige Materialspenden haben wir schon bekommen, aber weitere Holzspenden oder auch gebrauchte Paletten nehmen wir gerne entgegen“, sagt Schmidt.

Die Nabu-Regionalgruppe Oberes Elbtal hat sich 2015 gegründet und zählt heute rund 1.000 Mitglieder. Der Einzugsbereich erstreckt sich von Sebnitz bis Altenberg und von Heidenau bis nach Schöna. Die Mitglieder laden regelmäßig zu Aktionen ein, zum Beispiel zu Vogelstimmenwanderungen sowie artenkundlichen Spaziergängen. Allerdings mischen sie sich auch bei städtebaulichen Projekten ein. Zum Beispiel sieht die Regionalgruppe den geplanten Industriepark Oberelbe (IPO) durchaus skeptisch. Zusätzlich haben sich die grünen Lobbyisten gut vernetzt und u. a. Kontakte zum Territorialverband Sächsische Schweiz der Gartenfreunde in Pirna aufgebaut. „Wir können die Schulungen des Verbandes besuchen und planen zum Beispiel bei Ortsteilfesten gemeinsame Informationsstände“, erklärt Schmidt.

Kontakt: Nabu Regionalgruppe Oberes Elbtal: 10176 34184271