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„Sozialer Wohnungsbau ist rentabel“

Der Dresdner Stadtrat debattierte über Sozialwohnungen. Ein Experte erklärte, dass diese sich lohnen.

Dresden. Bei kaum einem Thema wird im Dresdner Stadtrat so heftig diskutiert: Linke, Grüne und SPD haben den sozialen Wohnungsbau zu ihrem Kernthema erklärt und die städtische Firma WID gegründet. In der aktuellen Stunde dazu warf CDU-Stadtrat Ingo Fleming Rot-Grün-Rot vor: „Das ist das Thema, bei dem Sie am meisten versagt haben. 2019, fünf Jahre nachdem Sie die Verantwortung übernommen haben, wird keine einzige Sozialwohnung fertig sein.“

Dem widersprach Sozialbürgermeisterin Kristin Kaufmann (Linke). „Wir werden die erste Kommune in Sachsen sein, die 2019 die ersten neugebauten Sozialwohnungen bezugsfertig hat.“ Seit der Wende sei nicht eine so geförderte Wohnung im Land gebaut worden. Allein 56 000 Haushalte in Dresden hätten Anspruch auf eine geförderte Wohnung. Deshalb solle die WID etwa Zweidrittel der neuen Sozialwohnungen schaffen, den Rest Private.

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Einen Blick über Dresden hinaus brachte Michael Sachse. Die SPD hatte den ehemaligen Staatsrat aus Hamburg und jahrelangen Vorstand von Gewobag, einem kommunalen Wohnungsunternehmen in Berlin, eingeladen. Laut Michael Sachse baut die Stadt München jährlich 2 000 Sozialwohnungen, Berlin und Hamburg jeweils 3 000. Der Bedarf steige auch in Dresden. Deshalb sollten sowohl die WID als auch private Immobilienunternehmen geförderte Wohnungen bauen. „Es gibt zwar nicht so hohe Renditen wie auf dem freien Markt, aber sozialer Wohnungsbau ist rentabel“, so Sachse. Die Rendite liege etwa bei drei Prozent. Das zeige, dass es keinesfalls falsch investiertes Geld wäre. „Zumal es nicht nur um eine Armutsversorgung geht. Auch der Mittelstand ist zum Teil auf bezahlbare Wohnungen angewiesen“, so Michael Sachse.

Nur der Redner der AfD, der Vorsitzende des Hausbesitzervereins Haus und Grund, Christian Rietschel, sprach sich in der aktuellen Stunde gegen den Bau von Sozialwohnungen. Arme sollten besser Wohngeld erhalten, sagte er. „Steigende Löhne bedeuten auch steigende Kosten für Eigentümer und damit steigende Mieten“, so Christian Rietschel. (SZ/awe)