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Nach Pflegeprotest: Sozialministerin in Bautzen

Ärzte und Pfleger des Krankenhauses Bautzen diskutieren mit Sachsens Sozialministerin Barbara Klepsch. Der Buhmann war aber jemand anderes.

Von Theresa Hellwig
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Sozialministerin Barabara Klepsch hörte sich im Klinikum die Sorgen der Ärzte und Pfleger an. Deren Unmut richtete sich vor allem gegen den MDK, dessen sächsischer Geschäftsführer Ulf Sengebusch auch anwesend war.
Sozialministerin Barabara Klepsch hörte sich im Klinikum die Sorgen der Ärzte und Pfleger an. Deren Unmut richtete sich vor allem gegen den MDK, dessen sächsischer Geschäftsführer Ulf Sengebusch auch anwesend war. © SZ/Uwe Soeder

Viel hat sich angestaut, die Wut richtet sich gegen den MDK, der die Abrechnungen der Mediziner prüft und infrage stellt. MDK-Geschäftsführer Ulf Sengebusch wiegelt jedoch ab, weist die Schuld erst den Krankenkassen zu, die den MDK beauftragen, und sieht den Fehler im nächsten Schritt in der Politik. „Die Stellschrauben sind in Berlin“, so der Grundtenor seiner Aussage. „Wir sollten Rücken an Rücken Richtung Bund kämpfen.“

Immer konstruktiver wird das Gespräch im Verlauf des Abends: Lasst uns mehr miteinander reden, ist das Fazit. Ministerin Barbara Klepsch kommt glimpflich davon, sie hört sich den Unmut an und zeigt vor allem ein offenes Ohr. „Das Problem liegt im System“, sagt sie. „Schreiben Sie mir doch eine Liste“, bittet sie die Mediziner und Pfleger; sie überlege, ob sich eine Arbeitsgruppe zu dem Thema anbiete, und sie fragt: „Was müssen wir konkret ändern?“ Mit dieser Hausaufgabe verlässt sie den Raum. Der nächste Termin wartet. Jochen Eberhard ist aufgebracht. „Uns Ärzten wird kriminelle Energie unterstellt“, findet der Chefarzt der Medizinischen Klinik I am Oberlausitz-Klinikum in Bautzen. Jede zweite vom Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK) geprüfte Krankenhaus-Abrechnung sei falsch, hieß es vor Kurzem. Von Abrechnungsbetrug ist häufig die Rede. „Das würde bedeuten, dass wir absichtlich falsch abrechnen“, ärgert sich Eberhard. Auch andere Ärzte und Pfleger diskutieren aufgebracht über die vielen Beanstandungen von Abrechnungen, die vielen Gutachten, die nötig werden, und die viele Bürokratie, die zuweilen absurde Ausmaße annehme. Die Arbeitszeit fehlt den Pflegern und Ärzten dann für die Patienten.

Gegenseitige Schuldzuweisungen

Viel hat sich angestaut, die Wut richtet sich gegen den MDK, der die Abrechnungen der Mediziner prüft und infrage stellt. MDK-Geschäftsführer Ulf Sengebusch wiegelt jedoch ab, weist die Schuld erst den Krankenkassen zu, die den MDK beauftragen, und sieht den Fehler im nächsten Schritt in der Politik. „Die Stellschrauben sind in Berlin“, so der Grundtenor seiner Aussage. „Wir sollten Rücken an Rücken Richtung Bund kämpfen.“

Immer konstruktiver wird das Gespräch im Verlauf des Abends: Lasst uns mehr miteinander reden, ist das Fazit. Ministerin Barbara Klepsch kommt glimpflich davon, sie hört sich den Unmut an und zeigt vor allem ein offenes Ohr. „Das Problem liegt im System“, sagt sie. „Schreiben Sie mir doch eine Liste“, bittet sie die Mediziner und Pfleger; sie überlege, ob sich eine Arbeitsgruppe zu dem Thema anbiete, und sie fragt: „Was müssen wir konkret ändern?“ Mit dieser Hausaufgabe verlässt sie den Raum. Der nächste Termin wartet.