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Sozialministerin ruft zu Grippeschutz auf

Mit 83 Toten hat Sachsen eine schwere Grippewelle gerade hinter sich. Mit dem Herbst naht nun die nächste Saison. Sorge bereiten die zu geringen Impfquoten.

Dresden. Fünf Monate nach einer der schwersten Grippewellen im Freistaat seit Jahren sind Sachsens Bürger zur Schutzimpfung aufgerufen. „Eine Erkrankung mit Influenza kann Jeden treffen und ist mit einer alltäglichen Erkältung überhaupt nicht zu vergleichen“, mahnte Sozialministerin Barbara Klepsch (CDU) am Samstag, rechtzeitig vorzusorgen. Gesundheitsämter und Praxen sind mit dem entsprechenden Serum ausgestattet, die Landesuntersuchungsanstalt (LUA) berichtet ab nächster Woche wieder über den aktuellen Stand der Erkrankungsfälle.

Vor allem Ärzte, Schwestern und Pfleger in Krankenhäusern, Alten- und Pflegeheimen, Erzieher in Kitas und Schulen sowie Lehrer, aber auch über 60-Jährige, chronisch Kranke und Schwangere sollten sich jetzt impfen lassen. Dietmar Beier von der LUA und Mitglied der Sächsischen Impfkommission wagt keine Prognose. „Aber nach einer so starken Saison wird es erfahrungsgemäß nicht ganz so heftig.“ Trotzdem sollte sich jeder schützen, der Oktober und November seien dafür optimal.

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Die Impfquoten für Influenza aber sind nach Ministeriumsangaben „besorgniserregend niedrig, auch beim medizinischen und pädagogischen Personal“. Dabei tragen gerade diese Beschäftigten Verantwortung, nicht nur für sich, sondern auch für Patienten, Heimbewohner, Kinder und Schüler. Sie sollten mit gutem Beispiel vorangehen. „Nehmen Sie sie wahr und lassen Sie sich impfen!“, appellierte Klepsch.

Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) in Berlin ist auch nur gut ein Drittel der Senioren in Deutschland geschützt. Dabei kann die Immunisierung viele Erkrankungsfälle und vor allem schwere Verläufe verhindern, mahnte Beier, auch unter Verweis auf die heftige Epidemie 2016/2017. Sie hatte vor allem ältere Menschen erfasst: fast die Hälfte der fast 16 700 gemeldeten Influenza-Fälle betraf Erwachsene über 44 Jahren und nur zu gut einem Drittel Kinder und Jugendliche, die sonst dominieren.

Auch die Zahl der Grippetoten lag mit 83 um vier Mal höher als in der Vergangenheit. Die 48 Frauen und 35 Männer waren 33 bis 100 Jahre alt, das Durchschnittsalter betrug 86 Jahre. 2015/2016 waren knapp 11 000 Influenza-Fälle und 15 Tote registriert worden und 2014/2015 fast 12 600 Erkrankungen. Im Winter davor hatte es mit 375 nur einen Bruchteil der üblichen Menge an Infektionen gegeben. (dpa)