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Späterer Baustart an der B 170 in Bannewitz

Die Arbeiten sind ins Stocken geraten. Wie es weitergeht und ob doch noch alles pünktlich fertig werden kann.

© K.-L. Oberthür

Von Franz Werfel

Bannewitz. Der Lärmschutz macht den ausführenden Baufirmen zu schaffen. Denn wenn die Bundesstraße 170 Bannewitz Ende 2017 teils vierspurig durchqueren soll, müssen hohe Anforderungen an den Lärmschutz erfüllt werden. Deshalb werden Lärmschutzwände aufgestellt und der alte Lärmschutzwall erhöht. Sechs Meter soll er einmal hoch sein. Bis zum Winter-Baustopp wurde etwa die Hälfte der benötigten Erdmasse in den Wall geschafft.

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Weil der Lärmschutz Priorität hat, hat sich das sächsische Landesamt für Straßenbau und Verkehr (Lasuv) dafür entschieden, den eigentlichen Ausbau der Bundesstraße erst dann voranzubringen, wenn alle Lärmschutzarbeiten abgeschlossen sind. So will das Lasuv gewährleisten, dass sich die Lärmbelastung für die Anwohner auch während des Straßenbaus in Grenzen hält.

Weil nun die Aufträge für die einzelnen Bauabschnitte erst nacheinander an die ausführenden Baufirmen vergeben werden, sei man derzeit etwa zwei Monate beim Bauablauf im Verzug, teilt das Lasuv auf SZ-Nachfrage mit. „Wir werden es nach derzeitigem Stand auf keinen Fall schaffen, wie geplant in diesem Sommer mit dem vierspurigen Ausbau zu beginnen“, sagt Lasuv-Sprecherin Isabel Siebert.

Der Ausbau der Bundesstraße kostet die Steuerzahler insgesamt 9,56 Millionen Euro. 9,1 Millionen Euro davon stammen aus Steuermitteln des Bundes, fast 200 000 Euro kommen vom Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge und gut 260 000 Euro steuert die Gemeinde Bannewitz zu dem Bauvorhaben bei. Das Lasuv hält derzeit noch daran fest, dass bis Ende des Jahres 2017 der gesamte Ausbau fertig werden kann. Die SZ gibt einen Überblick, was bis dahin noch alles zu tun ist.

Ab Frühjahr 2016: Lärmschutz und Regenrückhaltebecken

Wenn die Bauarbeiten nach der Winterpause im Frühjahr weitergehen, sind die Prioritäten klar: Der Lärmschutzwall hat aktuell etwa die Hälfte seiner angestrebten Höhe erreicht. Er soll in vier bis sechs Wochen fertiggestellt werden. Im Laufe dieses Jahres soll auf einer Länge von 280 Metern auch die drei bis vier Meter hohe Lärmschutzwand an der Kleingartenanlage „Ralf Bernaisch“ gebaut werden.

Das neue große Regenrückhaltebecken entsteht westlich der Bundesstraße und nördlich des Gewerbegebietes. Dazu kommt ein Kanal, der das im Becken ankommende Wasser ableitet, die B 170 quert und über die Winckelmannstraße und die Straße Am Schloss bis zum Nöthnitzgrund führt. Für die Bauarbeiten müssen zudem Strom- und Telefonkabel verlegt werden.

Ab Herbst 2016 oder Frühjahr 2017: Ausbau der B 170 und Umleitungen

„Ob wir mit dem eigentlichen Straßenausbau noch in diesem Jahr beginnen, ist offen“, so Isabel Siebert. Das sei einerseits davon abhängig, wie schnell der Bau der Lärmschutzwand vorangeht. Andererseits kommt es auf die beteiligten Baufirmen an, die sich um diesen Auftrag bewerben.

Aus Sicht des Lasuv ist eine Baustelle im Spätherbst nur dann sinnvoll, wenn zügig an zwei Enden der Bundesstraße gebaut werden kann.

Dafür benötigt das Lasuv jedoch die Genehmigung der Verkehrsbehörde des Landkreises Sächsische Schweiz-Osterzgebirge. Auch die Gemeinde hat noch ein Wort mitzureden, wenn es um die Verkehrsbeeinträchtigung ihrer Bürger geht.

Sollte ein Start des Straßenausbaus vor dem Jahr 2017 nicht sinnvoll erscheinen, könnte sich das Bauvorhaben bis ins Jahr 2018 ziehen. Wird die Straße ausgebaut, kann der Verkehr jeweils nur einspurig an der Baustelle vorbeifahren. Dann dürfte sich nicht nur der Verkehr an der eigentlichen Baustelle stauen, sondern der Verkehr könnte auch in den Bannewitzer Nebenstraßen zunehmen.

Ab spätestens 2018: Autos fahren teils mehrspurig durch Bannewitz

Die Bundesstraße soll zwischen dem Zubringer zur Autobahn A 17 und der Boderitzer Straße in beide Fahrtrichtungen je zwei Spuren bekommen. Parallel dazu entsteht westlich der Straße ein Radweg, der in beide Richtungen befahren werden kann. Die Kreuzung an der Boderitzer Straße, bisher ein Unfallschwerpunkt, bekommt eine extra Abbiegespur und soll dadurch sicherer werden.

Von der Boderitzer bis zur Windbergstraße wird die Bundesstraße dreispurig ausgebaut. Zwei Spuren führen dann in Richtung Possendorf, eine in Richtung Dresden. An der Windbergstraße endet der fast zwei Kilometer lange Ausbau der B 170. Bis zur Kreuzung zur neuen S 191 bleibt die Straße zweispurig.