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Späterer Baustart an der Peterskirche

Eigentlich sollten die Türme im April eingerüstet werden. Jetzt ist vom August die Rede. Sicher ist das aber keineswegs.

© Nikolai Schmidt

Von Ingo Kramer

Görlitz. Es ist genau das Szenario, das eigentlich vermieden werden sollte: Die Türme der Peterskirche werden im August für die Sanierung eingerüstet. „Wir hoffen, dass dieser Termin klappt“, sagt Pfarrer Hans-Wilhelm Pietz. Im Februar hatte er noch gehofft, dass es im April losgeht. Nur so wäre die Sanierung bis zum Herbst möglich gewesen. Geht es erst später los, muss das Gerüst über den Winter stehen bleiben. Dadurch wird alles deutlich teurer. Letztlich steht das Gerüst doppelt so lange wie geplant, voraussichtlich ein ganzes Jahr.

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Pietz schildert das Ganze nicht als besonders dramatisch: „Der Architekt hat eine neue Technologie, die das eben so vorsieht.“ Er wolle die Entscheidung den Fachleuten überlassen. Christian Freudrich vom Bauausschuss der Innenstadtgemeinde wird deutlicher: „Es liegt an den Fördermitteln. Wenn wir die noch nutzen wollen, müssen wir dieses Jahr anfangen.“

Eigentlich war die Finanzierung schon im vorigen Herbst gesichert. Nach den damaligen Kalkulationen sollte die Sanierung 577 000 Euro kosten. Allein 380 000 Euro wollte das Landesamt für Denkmalpflege in Dresden übernehmen, 89 000 Euro die Bundesbeauftragte für Kultur und Medien in Berlin. Den Eigenanteil wollten sich Landeskirche, Kirchenkreis und Kirchgemeinde teilen. Dann schrieb die Gemeinde den Gerüstbau aus. „Das günstigste Angebot lag um gut 33 Prozent über den geplanten Kosten, die anderen waren noch deutlich teurer“, so Pietz. Die eigentlichen Bauhauptleistungen waren noch gar nicht ausgeschrieben, doch Pietz und Freudrich befürchteten dort ein ähnliches Ergebnis.

Das war für sie ein ernstes Problem: Für Gerüstbau und Sanierung zusammengenommen standen nur die 577 000 Euro zur Verfügung – und kein Cent mehr. „Daraufhin mussten die Planer die Kostenberechnungen korrigieren“, so Freudrich. Weil bei den Bauhauptleistungen ähnliche Probleme zu befürchten sind, haben sie auch dort eine Korrektur im gleichen Umfang vorgenommen. Dann beantragte die Innenstadtgemeinde eine entsprechende Aufstockung der Fördermittel. Alle Partner mussten ihre Anteile erhöhen. Inzwischen ist die Fördermittelerhöhung genehmigt. „Die längere Standzeit des Gerüstes ist in der Aufstockung schon enthalten“, sagt Freudrich. Laut Pietz sollen die Arbeiten demnächst ausgeschrieben werden. Falls sich eine Firma findet, die ein Angebot abgibt, das sich im jetzigen Kostenrahmen bewegt, geht es im August los. Findet sich keine Firma, so wird es wieder nichts.