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Spagat zwischen Denkmalschutz und Brandschutz

In den Fluren des Rathauses werden Abschnitte geschaffen. Diese sollen im Brandfall dicht und rauchfrei bleiben.

© André Braun

Von Sylvia Jentzsch

Wer den Pfennig nicht ehrt

und sich nicht im Paragrafendschungel zurechtfindet, ist schnell arm dran. Tipps und Tricks rund um Geld, Sparen und juristische Fallstricke gibt es hier zu finden.

Döbeln. Es ist nicht zu übersehen. Im Rathaus wird gebaut. Vor allem Fahrzeuge regionaler Firmen stehen auf dem Platz vor dem Gebäude. Der Besucher allerdings wird die Bauarbeiten kaum wahrnehmen. Es geht darum, das Rathaus für den Fall, eines Feuers, sicherer zu machen. Damit sollen sowohl die Gäste als auch die Mitarbeiter geschützt werden.

„Zurzeit wird der zweite Bauabschnitt realisiert. Es geht darum, in den Fluren rauchfreie Abschnitte zu schaffen“, so Bauamtsleiter Erik Brendler. Bei den Umbaumaßnahmen müssen gesetzliche Vorgaben eingehalten werden. Und das sei bei einem Altbau schwierig. Das Rathaus bekommt eine automatische Brandmeldeanlage, die auf die Rettungsleitstelle aufgeschaltet ist. „Das erste und zweite Dachgeschoss, in dem sich auch das Museum und die Kleine Galerie befinden, werden vollflächig überwacht“, so Erik Brendler. Außerdem bekommt das Rathaus eine Sicherheitsbeleuchtung. Das Bauamt hat darauf geachtet, dass sich diese ästhetisch gut in das historische Gebäude eingliedert. Deshalb fiel die Wahl auf schmale, lange Leuchten. „Wenn zum Beispiel im Brandfall der Strom ausfällt, gehen die Leuchten an und die Flüchtenden können sich an ihnen orientieren“, so der Bauamtsleiter. Er spricht von einer Fluchtrettungswegbeleuchtung.

Zu den brandschutztechnischen Maßnahmen, mit denen eine Forderung der Bauordnungsbehörde erfüllt wird, gehört auch die Ertüchtigung der Lüftungsanlagen und der Brandschutzklappen. Hier werden sogar Kanalrauchmelder eingebaut.

Damit die Flure im Ernstfall nicht komplett verrauchen, werden Brandschutztüren eingebaut. Auch hier wurde darauf geachtet, dass die Architektur der Gewölbe nicht zerstört wird. Deshalb wurden Holzrahmentüren eingebaut, die großflächig verglast sind.

„Wir haben im Ostflügel mit diesen Maßnahmen begonnen. Gebaut wird bis zum Ratskeller. Bis Ende des Monats soll dieser Bereich fertig sein“, sagte Brendler. Dann geht es im Westflügel weiter. Die Herausforderung besteht darin, die Kabeltrassen zu ziehen und dann von dort aus die Brandmeldeanlagen und die Sicherheitsbeleuchtung in den einzelnen Räumen zu installieren, so der Bauamtsleiter. Sind die Arbeiten im Westflügel abgeschlossen, geht es im Haupttreppenhaus weiter. Hier müssen die Wände für die Kabel aufgeschlitzt, nach dem Verlegen wieder geschlossen und später malermäßig in Ordnung gebracht werden. Auch der Turm und das Haupttreppenhaus bekommen eine automatische Brandmeldeanlage. „Das ist nicht billig, aber notwendig. Deshalb ist es gut, dass es das Investprogramm ‚Brücken in die Zukunft‘ gibt. Wir bekommen eine finanzielle Förderung von 75 Prozent der Kosten aus dem Landesprogramm“, sagte Erik Brendler. Mit den Arbeiten würden vorrangig Firmen aus der Region beauftragt. Das betrifft die Elektriker, Trockenbauer, Tischler, maler, das Bauhauptgewerbe und die Lüftungsinstallateure.

„Mit den immer höheren gesetzlichen Anforderungen beim Brandschutz sind alle Kommunen im Handlungszwang, in öffentlichen Gebäuden die Sicherungsmaßnahmen zu verbessern“, so Brendler. Nachdem über Jahre hinweg vorrangig in Straßen, Schulen und Kindereinrichtungen investiert worden sei, müsse im Rathaus etwas passieren.