merken

Spangenberg nicht Alterspräsident

Die AfD sieht sich mit einer heftigen Personaldebatte konfrontiert. Die rechtsgerichtete Vergangenheit einiger Mitglieder bringt die junge Partei in Erklärungsnot. Ein erster Amtsverzicht ist die Folge.

© Marco Klinger

Dresden. Erster herber Rückschlag für die Alternative für Deutschland (AfD): Ihr Abgeordneter Detlev Spangenberg wird wegen seines umstrittenen Engagements in rechtslastigen Vereinen nun doch nicht als Alterspräsident des sächsischen Landtags antreten. Das teilte AfD-Generalsekretär Uwe Wurlitzer gestern nach einer Krisensitzung der Fraktion mit.

Anzeige
Symbolbild Anzeige

Smarter Leben mit diesen Technik-Trends 

Erfahren Sie als Erster von den neuesten Trends, Tipps und Produkten in der Technikwelt und lernen Sie Innovationen kennen, die Ihr Leben garantiert leichter machen.

Sein Landtagsmandat werde Spangenberg jedoch behalten, sagte Wurlitzer. „Uns ist gegenwärtig nichts bekannt, was es rechtfertigen würde, von ihm zu verlangen, sein Mandat nicht anzutreten.“ Der 70-jährige Radebeuler Steuerberater habe der Partei einen Teil seiner Vergangenheit verschwiegen und nur seine frühere Mitgliedschaft in der CDU mitgeteilt.

Spangenberg hat aber nach SZ-Recherchen das „Bündnis für Freiheit und Demokratie“ mitgegründet. Auf dessen Internetseite, in deren Impressum er als Verantwortlicher steht, fand sich das Ziel, Deutschland in den Grenzen von 1937 wiederherzustellen. Spangenberg sagte der SZ, er wisse nichts von der Existenz der Seite, habe nichts damit zu tun und teile nicht die dort genannten Ziele. Zudem kandidierte er für den Verein „Bündnis Arbeit, Familie, Vaterland“ des früheren CDU-Abgeordneten Henry Nitzsche, der nach rechtslastigen Äußerungen 2006 aus der CDU austrat.

Traditionell übernimmt der älteste Abgeordnete des Landtags die feierliche Eröffnung der ersten Plenarsitzung. Nach Spangenbergs Rückzieher fällt das Ehrenamt nun dem CDU-Abgeordneten Svend-Gunnar Kirmes aus Grimma zu. (SZ/two)