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Spanierin macht sich für hiesige Bäume stark

© Sven Ellger

Der Informatik-Professorin Theresa Merino fällt auf, dass auf Privatgrundstücken viel gefällt wird. Das stört sie.

Von Kay Haufe

Anfangs seien es nur wenige Bäume gewesen, die aus Plauener Vorgärten verschwanden, sagt Teresa Merino. Doch inzwischen habe sich ihr Viertel verändert. „Immer mehr Bäume werden gefällt, man sieht die Stümpfe noch deutlich“, sagt die Informatikerin, die an der Hochschule für Technik und Wirtschaft lehrt. Das Grün im Viertel nehme ab. Ähnliches berichten ihr Freunde aus dem gesamten Stadtgebiet. „Als ich 2008 nach Dresden kam, fiel mir auf, wie grün die Stadt ist, selbst in dicht bebauten Gegenden gibt es Vorgärten und Hinterhöfe“, sagt sie. Doch das ändere sich gerade.

Ihre Nachfrage beim Umweltamt ergab, dass die Gehölzschutzsatzung aussagt, dass insbesondere Nadelbäume, aber auch Obstbäume, Pappeln, Birken und Weiden auf bebauten Grundstücken ohne Schutz sind. Somit können sie der Säge zum Opfer fallen. Das Umweltamt hat keinen Überblick darüber, wie viele Gehölze seit Inkrafttreten der aktuellen Satzung im Jahr 2010 gefällt worden sind. Es gibt kein Baumkataster für private Grundstücke.

Die Gründe zum Fällen seien sehr vielfältig. „Sie reichen von Nachbarschaftsstreitigkeiten wegen Laub- oder Schattenwurf über zu hohe Mühen des Laubkehrens bis zu Ängsten vor Schadensfällen und Haftungsfragen und zu Bebauungswünschen des Grundstücks“, heißt es aus dem Umweltamt. Mit der Änderung des Gesetzes sei die Verantwortung allein dem Baumeigentümer übertragen. „Ob und wie weit Eigentümer bei ihren Entscheidungen auch die positiven Wirkungen von Gehölzen für die Allgemeinheit, für das Stadtklima, die Lufteinhaltung oder den Naturhaushalt berücksichtigen, darüber kann nur spekuliert werden.“

Theresa Merino macht sich für eine Gesetzesänderung stark, damit nicht noch mehr Bäume fallen. Sachsen schränke als einziges Bundesland den Schutz von Bäumen auf bebauten Grundstücken weitgehend ein. Nun hat sie eine Petition ins Leben gerufen, die bereits rund 1 500 Menschen unterschrieben haben. Darin heißt es unter anderem, dass Bäume ab 80 cm Stammumfang, gemessen in einer Stammhöhe von 1 Meter als zu schützen erklärt werden dürfen. Wenn alte Bäume gefällt werden müssen, sollte eine ökologisch wertvolle Ersatzbepflanzung vorgenommen werden. Neupflanzungen können vom Umweltamt bezuschusst werden.

Die Petition ist unter www.merino.de zu finden.