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Spargel zu Ostern? Eher nicht.

Zwar gibt es schon geringe Mengen deutschen Spargels von beheizten Feldern. Mit normalem Erntestart rechnen Bauern aber erst nach dem Fest.

© dpa

Osnabrück. Deutscher Spargel hat es im Moment im Angesicht der wieder frostigeren Temperaturen schwer. „Es wird zu Ostern vereinzelt an der einen oder anderen Stelle mit Glück Spargel geben, aber wir reden da sicherlich nicht über relevante Mengen“, sagte Fred Eickhorst, Geschäftsführer der Vereinigung der Spargelanbauer in Niedersachsen. Mit nennenswerten Mengen rechnet die Bundesvereinigung der Erzeugerorganisationen Obst und Gemüse (BVEO) erst nach Ostern. „Die Qualität ist aber voraussichtlich sehr gut“, sagte Sprecherin Elke Schickedanz.

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„Für den heimischen Spargel ist es noch zu kalt, und auch die Kundennachfrage ist noch nicht da“, sagte Birgit Rogge von der Agrarmarkt-Informationsgesellschaft (AMI) in Bonn. Denn auch die Kundennachfrage nach dem Frühlingsgemüse sei vom Wetter abhängig. Bei kaltem, grauen Winterwetter hätten die Kunden nur wenig Lust auf Spargel. „Wärme und Sonne ist auch für die Nachfrage gut.“

Daher spiele auf dem Markt der Spargel derzeit auch noch keine große Rolle – weder deutscher noch ausländischer Spargel, der nicht nur aus Südeuropa nach Deutschland kommt, sondern auch aus Übersee wie Peru oder Mexiko. In den vergangenen Tagen lagen die Großhandelspreise für Spargel im Schnitt bei 16 bis 17 Euro pro Kilo. Der Verkaufspreis für die Verbraucher dürfte noch ein bisschen darüber liegen.

Allerdings: Wer wirklich will und bereit ist, etwas mehr zu bezahlen, kann auch schon deutschen Spargel kaufen. Kleine Mengen von speziell beheizten Feldern oder aus dem Gewächshaus sind verfügbar, wie Schickedanz sagte. „Der Verbraucher kann deutsche Ware kaufen“, sagte auch Karl-Martin Vielhauer von der Obst- und Gemüse-Absatzgenossenschaft Nordbaden. Ein Gutes hat die Kälte aber doch, denn um einen guten Ertrag zu bringen, brauchen die Spargelpflanzen auch einen Kälte-Kick im Winter. Daher stünden die Voraussetzungen für eine gute Spargelsaison nicht schlecht, sagte Eickhorst. Allerdings hänge der Verlauf der Saison auch sehr stark vom Wetter ab: Wird es zu warm, haben die Verbraucher keine Lust auf warmes Essen, aber der Spargel wächst – großes Angebot bei kleiner Nachfrage bedeutet niedrige Preise. Am liebsten sei es den Bauern, wenn bei gleichbleibend gemäßigten Temperaturen eine gleichbleibende Nachfrage nach Spargel herrsche. (dpa)