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SPD-Chef Dulig offen für rot-rote Koalition

Dresden. Nach den rot-roten Planspielen der Bundes-SPD für einzelne Bundesländer hält sich auch Sachsens SPD-Chef und Spitzenkandidat Martin Dulig alle Optionen für die Landtagswahl am 31. August offen.

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Dresden. Nach den rot-roten Planspielen der Bundes-SPD für einzelne Bundesländer hält sich auch Sachsens SPD-Chef und Spitzenkandidat Martin Dulig alle Optionen für die Landtagswahl am 31. August offen.

„Ich habe aus den Wahlkämpfen der letzten Jahre gelernt – vor allem, dass die SPD immer in eine Sackgasse gekommen ist, wenn sie zu sehr Dinge ausgeschlossen hat“, sagte Dulig dem MDR. „Deshalb schließe ich bei dieser Landtagswahl nicht aus, ein linkes Bündnis einzugehen. Ich schließe auch nicht aus, mit der CDU zu koalieren.“ Zunächst müsse die SPD, die bei der Landtagswahl 2009 in Sachsen mit gut zehn Prozent nach CDU und Linke drittstärkste Kraft wurde, dazu in die Lage versetzt werden. „Für mich ist die Frage der Koalition und der Mehrheiten kein Automatismus, ob ich einen Linken-MP wähle. Selbst wenn ich das jetzt nicht ausschließe, heißt das nicht, dass es so sein wird.“

„Die Katze ist aus dem Sack – der Wahl eines Ministerpräsidenten der Linkspartei durch die SPD steht nichts mehr im Wege“, kommentierte daraufhin der sächsische CDU-Generalsekretär und Bundestagsabgeordnete Michael Kretschmer. „Im 25. Jahr der Friedlichen Revolution muss den aufrechten Sozialdemokraten der Wendezeit angesichts dieser Entwicklung ein kalter Schauer den Rücken runterlaufen.“

Eine solche Kooperation wäre politisches Neuland für die Sozialdemokraten. Zuletzt hatte auch Thüringens SPD-Landeschef Christoph Matschie nicht mehr ausgeschlossen, dass seine SPD nach der Landtagswahl im September unter einem Ministerpräsidenten der Linken als kleinerer Partner in eine Koalition geht. (dpa)