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Speedway-Fahrer wagen sich aufs Eis

Dank der Behörden und vieler Helfer wird das Event am Sonnabend kurzfristig aus dem Boden gestampft – mit Athleten aus fünf Nationen.

© Claudia Hübschmann

Von Thomas Riemer

Niederau. Alle haben in den letzten Tagen wegen der Kälte gebibbert – nur die Enthusiasten vom MC Meißen gewinnen dem Dauerfrost auch etwas Gutes ab. Denn: Sie können sich ihren heimlichen Wunsch erfüllen und am Sonnabend aufs Eis des Waldbades in Oberau gehen. Kurzfristig ist das Speedway-Rennen ins Programm der „Drift-on-Ice“-Serie gerutscht. Mehr als zehn Zentimeter dick war das Oberauer Eis schon zu Wochenbeginn, „das reicht dicke aus für ein Rennen“, so Mitorganisator Ronny Weis.

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Eigentlich war die Eis-Saison für die Speedway-Piloten am Wochenende mit einer Doppelveranstaltung in Chemnitz und Dresden bereits abgehakt. Der Meißner Richard Geyer sicherte sich den Gesamtsieg im „Pro-Tec-Cup“. Aber: „Wir haben nach den Wettervorhersagen schon damit geliebäugelt, in Oberau zusätzlich etwas zu machen“, so Ronny Weis. Deshalb wurde das Equipment für das Event schon in Dresden entsprechend eingepackt. Die Fahrer, die in der dortigen Energie Verbund Arena am Start waren, wurden auf Oberau eingeschworen und sagten ihre Teilnahme zu. „Wir haben Aktive aus fünf Nationen am Start – das gab es noch nie“, so Weis. Am Montag schließlich wurden die Plakate gedruckt und am Abend in einer „Hochleistungsschicht bis 22 Uhr“ in Meißen und Umgebung geklebt. „Da brauchst Du schon engagierte und zuverlässige Leute im Verein, wenn Du sowas machst“, lobt Ronny Weis alle Mitstreiter.

„Über Nacht“ könne man einen Eisspeedway-Wettbewerb dennoch nicht ins Leben rufen, gesteht der Routinier. Der MC Meißen hatte vorgesorgt. Viele Dinge schon lange vorher angeschoben. Zum Beispiel die nötigen Genehmigungen bei den Behörden schon im alten Jahr beantragt, so dass jetzt quasi nur noch das Datum ergänzt werden musste. Niederaus Bürgermeister Steffen Sang und Waldbad-Chef Alexander Rajek geben jedwede Unterstützung. Mit Caterern wurden Vorverträge geschlossen, damit ausreichend Glühwein, Tee und „eine richtig gute frische Bratwurst“ sowie Steak vom Grill verkauft werden kann. „Alle haben ihre Hausaufgaben gemacht. Anderenfalls könnte man so einen ,Knaller‘ nicht auf die Beine stellen“, so Ronny Weis.

Premiere für die Quads

Mit „Knaller“ meint er freilich auch den sportlichen Teil des Events auf der Eis-Runde. Neben den Speedway-Fahrern der 500-Ccm-Klassemit Richard Geyer an der Spitze bekommen auch die Nachwuchspiloten vom MC Meißen auf ihren 50-Ccm-Maschinen eine Einsatzchance. Hinzu kommt eine Premiere für Oberau. Erstmals stellen sich die bei den Motorsportfans besonders beliebten Quads dem Starter. „Die sind ein absolutes Highlight“, so Ronny Weis. Damit habe man im Vergleich zum vergangenen Jahr sogar noch „eine Schippe draufgelegt“. Schon damals kamen unzählige Fans ins Waldbad, nachdem 2016 das Event kurzfristig abgesagt werden musste. Vandalen hatten in der Nacht vor der Veranstaltung Teile der Rennstrecke und des Equipments unbrauchbar gemacht.

Einzige kleine Einschränkung: Die Veranstalter hätten das Eis-Rennen gern am Sonntag durchgeführt, sind aber nun auf den Samstag ausgewichen. Grund sind die Wetterprognosen, die für Sonntag Plusgrade bis zu 9 Grad voraussagen. Um allen Eventualitäten aus dem Weg zu gehen, erfolgt der Start nunmehr am Sonnabend um 14 Uhr. „Es wäre das zweite Jahr hintereinander und damit schon fast ein Geschenk Gottes‘“, freut sich Ronny Weis. Dass schon vorher die Eisschicht in Oberau für die heißen Rennen nicht ausreicht, scheint aus jetziger Sicht eher unwahrscheinlich.