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Bautzen

Spenden für Nicaragua

Ein Teil der Erlöse des Sponsorenlaufs an der Sorbischen Grundschule kommt Kindern in Mittelamerika zugute.

Tyron, Timea und Lucian (v.l.) vom Schulchor freuen sich über die Rasseln, die Dr. Zamora als Dank für den 1.000-Euro-Scheck an die Sorbische Grundschule übergab.
Tyron, Timea und Lucian (v.l.) vom Schulchor freuen sich über die Rasseln, die Dr. Zamora als Dank für den 1.000-Euro-Scheck an die Sorbische Grundschule übergab. © Carmen Schumann

Bautzen. Die Computer, die die Schüler in Leon nutzen können, sind vorsintflutlich. Auch die Stühle müssten mal repariert werden, ebenso wie die Toiletten. Der HNO-Arzt Prof. Dr. José Maria Zamora Gonzalez zeigte am Freitag den Schülern der Sorbischen Grundschule Bilder von den Zuständen in jener Schule in seinem Heimatland Nicaragua. 

Die Grundschüler sollten sehen, dass ihre Spende dringend benötigt wird. Einen Scheck über 1.000 Euro konnten die Mädchen und Jungen an den Doktor übergeben, der im Bautzener Krankenhaus tätig ist und 2010 den Verein „Vision. Hilfe für Nicaragua“ gegründet hatte. Die Summe ist ein Drittel des Erlöses aus dem Sponsorenlauf, der im September am Sorbischen Schul- und Begegnungszentrum stattgefunden hatte. 

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Die Schüler waren dabei 927 Runden zu je 400 Metern gelaufen. Wenn man die gelaufenen Runden aller Schüler addiert, kommt man auf 360 Kilometer. Die besten Läufer waren Karl-Alwin Schulze aus der vierten Klasse und die Drittklässler Clemens Klöß und Jarek Schade, die elf bis zwölf Runden schafften. Die drei Jungs durften deshalb den Scheck an Dr. Zamora übergeben.

Die Zusammenkunft aller Grundschüler in der Aula des Sorbischen Schul- und Begegnungszentrums diente gleich auch ein wenig der Landeskunde. So erfuhren die Schüler, dass das Heimatland von Dr. Zamora in Mittelamerika liegt und man rund zwölf Flugstunden braucht, um dahin zu gelangen. Im kommenden Frühjahr wird Dr. Zamora mit seiner Frau Juliana, die Erzieherin in der Sorbischen Schule ist, wieder dorthin fliegen, um diese und andere Spenden an den Mann zu bringen.

Technik und Krankenhausbetten

Der HNO-Arzt berichtete den Schülern auch, was in den zurückliegenden Jahren seit der Vereinsgründung bereits geleistet wurde. Unter anderem waren nach dem Neubau im Krankenhaus Bautzen, im Zuge dessen auch eine neue Klinik entstand, ausgemusterte Instrumente und Geräte nach Nicaragua geschickt worden, die dort noch gute Dienste leisten. Auch Betten und ein Krankenwagen wurden nach Mittelamerika verschickt. Der HNO-Arzt selbst hilft mit Beratungen und der Ausbildung von Studenten, wenn er vor Ort zu Besuch ist.

Der Arzt aus Nicaragua kam aber auch nicht mit leeren Händen zu den sorbischen Schülern. Im Gepäck hatte er eine sogenannte Piñata. Das ist ein großer bunter Stern, der aussieht, als ob man mehrere Zuckertüten miteinander verbunden hätte. Dieser ist mit Süßigkeiten gefüllt. In lateinamerikanischen Ländern wird die Piñata zum Geburtstag verschenkt. Sie wird aufgehangen und der Beschenkte muss mit einem Stock drauf schlagen, damit die Bonbons herausfallen. Das Geschenk wird nun auch in der Schule aufgehangen.

Die Kinder müssen sich aber noch ein wenig in Geduld üben. Denn geöffnet werden soll die Piñata erst bei einem großen Fest im Frühjahr. Bereits jetzt genutzt werden können aber die anderen Geschenke, die Dr. Zamora mitgebracht hatte. Es sind Rasseln, die „Marakas“ genannt werden und die dem Schulchor gute Dienste leisten. Der hatte bereits die Veranstaltung zur Scheckübergabe mit seinen musikalischen Darbietungen bereichert. In den nächsten Tagen fahren die Chormitglieder zum Weihnachtsmarkt nach Jablonec, wo sich die Partnerschule befindet und wo sie ihre Lieder vortragen werden.

Korrektur: In einer früheren Version des Textes hatten wir geschrieben, Prof. Dr. José Maria Zamora Gonzalez sei Augenarzt, richtigerweise ist er HNO-Arzt.