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Spendenaufruf zur Rettung der Lok

Bautzens historische Dampflok muss umziehen. Doch der Transport kostet viel Geld.

© Uwe Soeder

Von Madeleine Arndt

Bautzen. Sie nimmt wieder Fahrt auf, die Rettungsaktion für die Dampflok vor dem Bautzener Bahnhof. Um die Umsetzung und den Erhalt der denkmalgeschützten Reichsbahnlokomotive 52 8056-5 zu schaffen, hat jetzt der Verein der Ostsächsischen Eisenbahnfreunde ein Spendenkonto eingerichtet, auf den Fans der alten Dame die Aktion unterstützen können. Die ersten Spenden sind geflossen“, freut sich CDU-Stadtrat Heinrich Schleppers. Er betont: „Jeder kleine Betrag zählt.“ Schleppers will die Lok, die im Zuge der Bahnhofssanierung bis Mitte September vom Vorplatz verschwunden sein muss, auf eine Fläche an der Packhofstraße verschieben. Wer am Bahnsteig auf den Zug wartet, könnte dann über die Gleise schräg zu ihr hinübergucken.

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Den Spendenaufruf hat übrigens nicht der Stadtrat, sondern ein junger Bautzener verfasst: Als Heinrich Schleppers die Rettungsaktion schon aufgeben wollte – vor allem wegen der hohen Transportkosten von 40 000 Euro – wurde Marcel Fischer aktiv. Der 29-Jährige kennt die Lok gut. Er selbst sei während seines Studiums in Dresden über Jahre Wochenend-Bautzener gewesen. „Das erste und das letzte, was ich bei den Zugfahrten gesehen habe, war die Lok“, sagt der junge Mann. Für ihn gehört sie ebenso zum Stadtbild wie der Dom oder der Reichenturm. Fischer ist davon überzeugt, dass sich die große Summe für den Transport auf viele hilfsbereite Menschen verteilen lässt, um die Lok und damit ein Stück Bautzener Stadtgeschichte zu bewahren. 1988 hatten Bautzens Eisenbahner den Stahlkoloss in einer spektakulären Aktion auf den Vorplatz gezogen. Fischer hofft, die Lok ähnlich spektakulär mithilfe vieler Bautzener zu retten. Und die Sympathien für das Unterfangen wachsen.

Kann die Stadt helfen?

Inzwischen ist sogar Oberbürgermeister Alexander Ahrens (SPD), der noch im September gar kein Interesse an der Lok gezeigt hatte, von den Bemühungen der Eisenbahnfans angesteckt worden. Sollten bei der Spendenaktion am Ende noch ein paar Tausend Euro fehlen, könne er sich gut vorstellen, dass über einen Stadtratsbeschluss die Stadt für die letzten Gelder einspringen werde, erklärt Ahrens jetzt. Falls die Umsetzung der Dampflok gelingt, will die Stadt Bautzen außerdem pro Jahr 700 Euro für die Pflege des Areals dazugeben.

Spendenkonto: Sparkasse Oberlausitz-Niederschlesien, Kontoinhaber: Ostsächsische Eisenbahnfreunde e.V., IBAN: DE88 8505 0100 3000 040810, BIC: WELADED1GRL, Stichwort: „Denkmal 52 8056“