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Spendenpaddler brechen Tour ab

Statt der 700 Kilometer schaffen die beiden Lehrlinge nur 200 Kilometer. Ihr Ziel haben sie trotzdem erreicht.

© privat

Von Josefin Möbius

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Gröditz. So hatten sich die beiden Paddler Philipp Zeiler und Kevin Ludewig das nicht vorgestellt. Vergangenen Freitag waren die 22- und 23- jährigen auf ihre 700 Kilometer lange Paddeltour gestartet mit dem Ziel, durch ihre Sponsoren Geld für den Verein Sonnenstrahl in Dresden zu sammeln. Dieser setzt sich für krebskranke Kinder ein.

Nach vier Tagen war jedoch Schluss: „Wir haben es einfach unterschätzt“, sagt Philipp Zeiler. Dabei war es weniger der Regen, der den beiden etwas ausgemacht hat. Sondern der starke Gegenwind. Obwohl sie mit der Strömung mitpaddeln konnten, brauchten sie für die Strecke deshalb deutlich länger.

Das zerrte an den Nerven – und zehrte an den körperlichen Kräften. Philipp Zeilers Arme schmerzten sehr, er fühlte sich erschöpft. Mitstreiter Kevin Ludewig war das Paddeln auch bald zu anstrengend – und zu riskant. Denn der 23-Jährige hatte schon einmal einen Lungenriss gehabt. Die beiden Freunde fassten den Entschluss, ihre Tour zu beenden. Doch die Freundschaft der beiden hat es noch mehr gefestigt: „Wir mussten uns aufeinander verlassen können, was eigentlich immer ganz gut geklappt hat“.

Von Beginn an schien es, als stünde die Fahrt unter keinem allzu guten Stern: Für den ersten Tag hatte sich das Paddel-Duo eigentlich 54 Kilometer vorgenommen. Aber schon nach 18 Kilometern mussten sie wegen eines Gewitters stoppen. Um im Plan zu bleiben, stand für den zweiten Tag eine Hammer-Etappe von 78 Kilometern bis nach Hirschstein an.

Dort angekommen, machte sich zwar der Muskelkater bemerkbar. Aber es wurde auch amüsant: „Nachts mussten wir noch durch einen Elektrozaun mit unserem kompletten Zeug hindurch und an den Kühen vorbei“, erzählt Philipp Zeiler. Die Paddler hatten auf einem Gelände neben deren Weide übernachtetet. Und auch in ihrem Schlafzelt machten die beiden Bekanntschaft mit der Natur.

20 Cent pro Kilometer

„Morgens durfte ich Nacktschnecken von den Wänden sammeln“, sagt Philipp Zeiler und lacht. Um den Hunger zu stillen, gab es Trocken- und Dosennahrung. „Am dritten Tag haben wir uns nach den Anstrengungen belohnt und sind in einem Biergarten etwas essen gegangen.“ – Gepaddelt sind Philipp Zeiler und Kevin Ludwig bis ins sachsen-anhaltinische Elster. In der dortigen Kirche hatten sie ein Benefiz-Konzert ohnehin eingeplant. Das gaben sie dann auch – mit ihrem Paddelboot neben dem Altar und vor rund 30 Zuschauern. „Das war schon etwas Besonderes“, erinnert sich Philipp Zeiler.

Obwohl die Paddler am Ende nur 200 von ursprünglich geplanten 700 Kilometern absolviert haben, war die Tour erfolgreich. „Wir haben mit den Spendern und Sponsoren gesprochen und erhalten trotz des vorzeitigen Endes das gesamte Geld für den Verein Sonnenstrahl“, so Zeiler. Auch die Freunde spenden 20 Cent pro Kilometer, jedoch auf 700 Kilometer hochgerechnet.

Eine weitere Sportaktion werden die beiden in dieser Form wohl nicht noch einmal machen. „Wenn dann nur in kleineren Etappen“, sagt Zeiler.

Das Benefizkonzert mit der Spendenübergabe findet am 12. August in der Kirche Koselitz statt. Dazu sind alle Spender und Sponsoren herzlich eingeladen.