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Spielen und Lernen über Grenzen

Sebnitzer Kindergartenkinder treffen jetzt regelmäßig auf Kinder aus Tschechien. Dabei geht’s nicht nur um die Sprache.

© Dirk Zschiedrich

Von Dirk Schulze

Sebnitz. Das gemeinsame Singen klappt schon recht gut. „Danke für diesen guten Morgen“, klingt es zum Morgenkreis durch die Sebnitzer Kita „Unterm Regenbogen“. Und gleich darauf auf tschechisch: „Díky za toto krásné ráno“. Die Sebnitzer Kinder haben am Freitag Besuch von ihren Altersgenossen aus Rumburk, und alle singen so gut sie können mit – in beiden Sprachen.

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Seit September besuchen sich die Gruppen monatlich, im Wechsel einmal in der Kindertagesstätte auf der Sebnitzer Schillerstraße und einmal im Kindergarten „Klicek“ (Schlüsselchen) in Rumburk im Schluckenauer Zipfel. Es ist die Auftaktphase eines deutsch-tschechischen Kooperationsprojektes, das von der Europäischen Union gefördert wird.

Das Ziel ist es, Begegnungen über die Grenze hinweg zu intensivieren und die Bildung der Vorschulkinder in der Grenzregion zu verbessern. „Besonders für die Sprachförderung ist das eine Chance“, sagt Kita-Leiterin Petra Behner. „Ahoi“ und „Díky“ (Danke) kennen die Sebnitzer Kinder schon. Schritt für Schritt sollen einfache Alltagsbegriffe und Redewendungen hinzukommen. Aber es geht nicht nur darum, Sprachbarrieren zwischen Nachbarn zu beseitigen. Gemeinsame Feste und Elternabende sollen die interkulturelle Verständigung stärken und gegenseitige Wahrnehnung über die Grenze hinaus weiten – auch für die Familien. Der Kontakt kam schon vor Jahren über die Kirchgemeinden zustande. Die christliche Kita in Sebnitz gehört zum Trägerverein Kinderarche Sachsen, der Kindergarten in Rumburk wird direkt von der dortigen evangelischen Gemeinde betrieben. „Es ist eine tolle Möglichkeit für die Kinder, etwas Neues zu erleben“, sagt Tereza Chrbokovà von der Gemeinde in Rumburk.

Insgesamt fließen in den in den kommenden drei Jahren rund 290 000 Euro in die Kooperation, für die Sebnitezr Kita als kleineren Partner sind es 81 000 Euro. Von dem Geld konnte eine zusätzliche Teilzeitstelle geschaffen werden. Um den Eignanteil von 15 Prozent zu stemmen, ist die Kinderarche auf Spenden angewiesen. In Rumburk wurde in den vergangenen Monaten eine neue Kreativscheune gebaut. Die wird täglich von den Kindern genutzt, dient aber künftig auch als Treffpunkt für die gemeinsamen Begegnungen. Am kommenden Freitag wird die Scheune feierlich eröffnet. Die Sebnitzer Kinder mit ihren Familien sind eingeladen.