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Spielhalle in Bischofswerda ausgeraubt

Zwei bewaffnete Männer stehlen rund 4.000 Euro, die Tageseinnahmen. Eine Kamera filmte den Überfall.

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Szenen wie in einem Krimi spielten sich am Dienstag gegen 1 Uhr in der Bischofswerdaer Spielothek „Las Vegas“ am Drebnitzer Weg ab: Die beiden Mitarbeiterinnen bereiteten sich gerade auf die Schließung der Spielhalle vor, als zwei schwarz gekleidete, maskierte Männer das Haus stürmten, die beiden Frauen mit einer Pistole bedrohten und die Tageseinnahmen forderten. Nach Angaben der Polizei vom Dienstag flüchteten sie „mit einem vierstelligen Betrag“ unerkannt. Die beiden Frauen im Alter von 30 und 50 Jahren erlitten einen Schock und mussten ärztlich behandelt werden. Sie seien vorerst von der Arbeit freigestellt, damit sie sich erholen können, sagte Aziz Tekce, Inhaber der Spielothek, gestern auf SZ-Anfrage. Nach seinen Angaben flüchteten die Täter mit einer Beute von rund 4.000 Euro.

Das 2010 eröffnete „Las Vegas“ ist nach Aussage des Betreibers videoüberwacht, alarmgesichert und werde mehrmals am Tag von einem privaten Wachdienst kontrolliert. „Mehr Vorkehrungen gehen nicht“, sagte Aziz Tekce. Die Videokamera hat den Überfall aufgezeichnet: Demnach sollen die Täter vollständig maskiert gewesen sein und stark gestikuliert haben. Das Videoband hat jetzt die Polizei.

Hoffnung, dass sie die Räuber findet, habe er nicht, sagte Aziz Tekce. Schon einmal war nachts eingebrochen worden. Den Gesamtschaden beider Überfälle beziffert er mit 10 000 Euro. „Auch damals wurden die Täter nicht gefasst.“

Wenige Stunden nach dem Überfall öffnete die Spielhalle gestern früh wie gewohnt. Am Mittag saßen in dem dunkel gehaltenen Lokal sechs Leute – vergleichsweise wenig. „Sonst ist es hier rammelvoll“, sagte eine Angestellte. Viele hätten im Radio von dem Überfall gehört und angerufen, ob überhaupt wie sonst in der Woche von 8 Uhr morgens bis 2 Uhr nachts geöffnet sei.

Das Klientel in der Spielhalle ist verschieden. Das Altersspektrum der Gäste bewegte sich gestern zwischen Anfang 20 und Mitte 50, die ihr Glück an den Automaten suchten. 200 bis 300 Euro verzocke er pro Monat, sagte ein junger Mann. Wie er seine Spielsucht finanziere, wollte er nicht sagen. Für andere ist das Casino eher ein Treffpunkt zum Quatschen. Es gibt alkoholfreie Getränke, Knabberzeug und Obst – und das kostenlos, aber nur solange man an einem der insgesamt zwölf Automaten spielt.

Die abgeschiedene Lage des Casinos am Drebnitzer Weg erklärt sich laut Stadtverwaltung aus dem Baurecht. „In der Innenstadt, die Sanierungsgebiet ist, möchten wir eine Spielhalle nicht haben. Das Grundstück am Drebnitzer Weg ist Gewerbegebiet. Dort darf eine Spielhalle betrieben werden“, sagte Bauamtsleiterin Erika Lehmann auf Anfrage der SZ. (seb/SZ/ir)