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Spielplätze fehlen

In manchen Ortsteilen hat die Stadt keine Flächen. Doch selbst in der Innenstadt besteht noch Handlungsbedarf.

© Krsitin Richter

Von Kathrin Krüger-Mlaouhia

Großenhain. Rein flächenmäßig hat die Stadt ein deutliches Überangebot an Spielplätzen: Sowohl für Kinder als auch für Jugendliche. Das geht aus der Fortschreibung des städtischen Spielplatzkonzeptes hervor, das jetzt vom Stadtrat beschlossen wurde. Doch die Flächen sind nicht immer da, wo sie gebraucht werden. In Großenhain-Naundorf, Zschieschen und Krauschütz gibt es gar keine Plätze, in Treugeböhla nichts für die Kleinen, in Nasseböhla, Stroga und Uebigau nichts für die Größeren.

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Dabei hat die Stadt seit 2009/10, als Wildenhain bzw. Zabeltitz eingemeindet wurden, sehrwohl in Spielplätze investiert. Drei Gesamtspielplätze sind hinzugekommen, zudem sieben für bis 12-Jährige und acht für bis 18 Jährige. Einbezogen sind alle Flächen, die ungehindert zugänglich sind, auch wenn sie privates Eigentum betreffen. Alle Plätze sind im Stadtplan eingezeichnet und auf der Homepage zu finden.

Die Ausstattung ist teilweise sehr unterschiedlich.

Die 45 erfassten Plätze, davon neun in der Großenhainer Kernstadt und sieben in Mülbitz, sind in der Mehrzahl für ab Sechsjährige ausgestattet: 29 haben Gerätespiele, 14 einen Sandspielbereich. Deutlich geringer ist das Angebot für Jugendliche: nur 21 Spielplätze verfügen über Ballspielanlagen, nur drei über Trendsportangebote.

Trotz sinkender Gesamtausgaben werden prozentual steigende Kosten pro Kind bilanziert. Zugrunde gelegt wurden für das Vorjahr 1001 Sechs- bis 12-Jährige und 1013 Jugendliche. Auf jeden Minderjährigen entfallen etwa 50 Euro pro Jahr, es gibt größere Reparaturen wegen Vandalismus bzw. hohem Spielverschleiß.

Fußläufige Erreichbarkeit wird zugrundegelegt.

Interessant sind die zumutbaren Wege bis zum jeweils nächsten Spielplatz, der fußläufig zu erreichen sein soll: 400 Meter werden für die Jüngeren akzeptiert, sogar 1000 Meter für die Jugendlichen. Wer außerhalb dieser Einzugsradien wohnt, „gilt damit generell als nicht versorgt“, so die Statistik. Ein Drittel aller Minderjährigen lebt in der Großenhainer Innenstadt, immerhin fünf Prozent in Zabeltitz, fast vier in Walda-Kleinthiemig, über zwei in Wildenhain und Görzig. Die Stadt geht für ihre Planungen auch künftig von einer weitgehend konstanten Kinderzahl aus.

Pro Einwohner sollen 1,5 Quadratmeter Fläche zur Verfügung stehen.

Pro Einwohner wird mit einem Flächenbedarf von 1,5 Quadratmetern gerechnet. Gab es 2010 noch 13 Ortsteile, die bei Jugendlichen zu wenig Fläche anboten, sind es jetzt noch neun Ortsteile. Auf den anderen Plätzen hat Großenhain allerdings laut dem Spielplatzkonzept ein deutliches Überangebot an Fläche für Jugendliche. Zudem sei nur ein Platz in schlechtem Pflegezustand: an der Käthe-Kollwitz-Straße. Der gehöre aber nicht der Stadt selbst. Seit 2006 wurde versucht, den Spielplatz Beethovenallee zu verbessern. Nach Komplettsanierung der Wallanlage wird der Ausbau bis 2022 in die Finanzplanung aufgenommen.

Wenn die Stadt kein Land zur Verfügung stellen kann.

Seit 2006 soll auch ein Spielplatz an die Radeburger Straße. Doch geeignete Flächen gibt es nicht. In Treugeböhla wurde auf einer Pachtfläche zwar ein Bolzplatz realisiert. Angestrebt ist allerdings eine kombinierte Fläche, weil es im Ort aktuell 15 Kinder von sechs bis zwölf Jahre und zwölf Kinder von 13 bis 18 Jahren gibt.

So soll es in den nächsten Jahren weitergehen.

Die Spielplätze mit der abwechslungsreichsten und umfangreichsten Ausstattung sind die beliebtesten und meistgenutzten Anlagen – unabhängig von der Entfernung zu Wohngebieten. Deshalb wird – auch zur Reduzierung von Folgekosten – die Mehrfachnutzung von Spielanlagen an halböffentlichen Einrichtungen wie Kita Wildenhain bzw. Schule Zabeltitz angestrebt. Größere Spielplätze als Familienausflugsziel sollen mit Spielgeräten für alle Altersgruppen vorrangig ausgebaut werden. Ausreichende Pkw-Stellflächen sollen langfristig auch berücksichtigt werden. Nachbarortsteile sollen sich künftig einen Spielplatz teilen. Die Reihenfolge der Umsetzung müsse sich an der Kinderzahl bzw. dem tatsächlichen Flächendefizit bemessen. In den Ortsteilen wird eine Kombination mit weiteren öffentlichen Treffs angestrebt. Innerstädtisch sieht die Verwaltung maximal einen Spielplatz pro Wohngebiet als öffentliche Aufgabe an. Im Stadtpark soll eine Teilerneuerung durch einen Wasserspielbereich erfolgen. Auf der Becherstraße sollen die Spielgeräte ergänzt und erneuert werden. Am künftigen Wohngebiet Heideblick wurde der Erschließungsträger mit ins Boot geholt. Auch in Zschauitz ist ein öffentlicher Platz geplant.