merken

Spielplatz steht nicht vor Jahresende

Die erste Ausschreibung muss aufgehoben werden. Nun haben die Stadträte und die Förderstelle noch einmal zu entscheiden.

© André Braun

Von Heike Heisig

Roßwein/Otzdorf. Das gleiche Prozedere noch einmal, heißt es in Sachen Spielplatz in Otzdorf. Nach langem Hin und Her haben die Einwohner nun endlich einen geeigneten Platz gefunden: unmittelbar neben der kleinen Kirche im Ort, nicht weit vom Rittergut entfernt. Ein paar Bäume sind auf dem Gelände schon angepflanzt worden. Um sie herum hat der Planer dann die neuen Spielgeräte angeordnet. Auch zwei Bänke und eine Wegeverbindung soll es geben. Allerdings können die Pläne in nächster Zeit nicht ohne Weiteres umgesetzt werden – genau gesagt nicht ohne weiteres Geld.

Familie und Kinder
Familienzeit auf sächsische.de
Familienzeit auf sächsische.de

Sie suchen eine Freizeitplanung oder Erziehungsrat? Wir unterstützen Sie mit Neuigkeiten sowie Tipps und Tricks Ihren Familienalltag zu versüßen.

Die Ausschreibung hat ergeben, dass die aktuellen Baukosten im Vergleich zur Kalkulation nahezu doppelt so hoch ausfallen würden. Die Kommune hatte mit 30 000 Euro gerechnet – 20 000 Euro mehr hatte die Ausschreibung ergeben. Diese zusätzlichen Kosten aus dem Haushalt zu zahlen, kann sich Roßwein nicht leisten. „Daher heben wir die Ausschreibung in Absprache mit dem Landratsamt auf“, sagt der stellvertretende Bauamtsleiter Matthias Lange. Er geht nicht davon aus, dass sich die Baupreise so ändern werden, dass die ursprünglich geplanten Kosten genügen. Daher müsse neu überlegt werden, ob die Kommune einen höheren Eigenanteil tragen kann und wenn die Stadträte das bestätigen, ist ein neuer Förderantrag zu stellen. Bis Ende Mai gibt es dazu eine Möglichkeit. Wird der Antrag dann erneut bestätigt, könnte noch in diesem Jahr mit dem Bau begonnen werden – „allerdings ziemlich spät“, prognostiziert Matthias Lange. Denn wieder seien eine Ausschreibung nötig und Fristen zu beachten.

Diesen Sommer also werden sich die Mädchen und Jungen aus dem Ort höchstens mit mitgebrachten Spielsachen auf dem künftigen Spielplatz vergnügen können. Nach der Realisierung des Vorhabens wird es dort vier Angebote zur Beschäftigung geben: eine Standwippe, ein Sandspielgerät, eine Nestschaukel und eine Seilbahn. Eine solche gibt es schon auf dem Roßweiner Spielplatz „Rösser im Schilf“. „Von den Kindern wird sie gut angenommen“, hat auch Matthias Lange beobachtet.

Auf der Fläche neben der Kirche hat einmal eine alte Scheune gestanden. Die war so marode, dass sie vor Jahren abgerissen werden musste. Ein Stück der alten Grundmauer ist noch erhalten geblieben. Dort eingefügt haben die Handwerker ein Bauteil aus dem 17. Jahrhundert. „Ob es ein Schlussstein gewesen ist oder zu etwas anderem gehört hat, wir wissen es nicht“, sagte der einstige Bürgermeister und spätere Ortsvorsteher Heinz Martin bei der Begehung Otzdorfs am Mittwoch (DA berichtete). Gleichwohl sei damals entschieden worden, den Stein an dieser Stelle zu bewahren.

Dass dort später einmal der Spielplatz angelegt wird, stand beim Abriss der Scheune noch nicht fest. Denn über den Standort haben sich die Gemeinde- und später die Ortschaftsräte lange den Kopf zerbrochen. Als schon alles klar war, regte sich Widerstand gegen das Projekt. Deshalb hat der Rat wieder die Finger davon gelassen. Im Sommer 2015 gab es dann einen erneuten Vorstoß aus Otzdorf selbst. Stefan Loser stellte sich als Vermittler zur Verfügung übergab dem Bürgermeister im Stadtrat damals eine Collage mit Kinderzeichnungen, die den Wunsch nach einem Spielplatz unterstrichen. Seitdem laufen neuerliche Planungen.