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Spikes und Netze gegen Tauben

Die Vögel sind nicht gern gesehen, auch die Verwaltung unternimmt einiges, um sie zu vergrämen.

© René Meinig

Von Kay Haufe

An Gebäuden der Dresdner Stadtverwaltung werden keine Tauben gefangen, wie dies in anderen deutschen Kommunen der Fall ist. Dennoch sind die Vögel nicht gern gesehen und werden an zahlreichen Objekten, die vom Geschäftsbereich Stadtentwicklung, Bau, Verkehr und Liegenschaften verwaltet werden, abgeschreckt. Dies geschieht mit sogenannten Taubenspikes an Fensterbänken sowie Vogelschutznetzen. Vor allem Letztere können durchaus zu tödlichen Fallen für die Tiere werden, wenn sie Löcher haben. So geschehen am Dresdner Hauptbahnhof, wo im April des Vorjahres und auch schon zuvor Tauben durch Schwachstellen hinter die Netze gelangten und nicht wieder hinaus. Schon einige sind in den Netzen verendet. Die Linken-Stadträtin Manuela Sägner hatte bei der Verwaltung angefragt, wie Dresden mit Tauben verfahre. Darauf antwortete Oberbürgermeister Dirk Hilbert auch, dass es an einigen Einrichtungen der Cultus gGmbH Taubenschutzspitzen an den Dachrinnen gebe. Diese sollen verhindern, dass Tauben diese anfliegen und hineinfallen könnten oder sich gar einnisten. Die sei nicht zum Vergrämen der Vögel gedacht, sondern zu ihrem Schutz.

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Auf die Frage von Sägner, ob der Verwaltung das sogenannte Stadttaubenprojekt bekannt sei, bei dem die Vögel in Schlägen angesiedelt und gefüttert werden, wo aber auch Geburtenkontrolle durch Eiertausch passiert, wurde nur gesagt, dass das Veterinäramt ähnliche Projekte kenne.

Dabei gibt es mitten in der Stadt ein vorbildhaftes Taubenprojekt: Auf dem Dach der Centrum-Galerie lebt ein 30-köpfiger Schwarm. Centermanagement und Umweltzentrum haben dort im Sommer 2016 eine Holzhütte hingezimmert, wo es sich im Innern Tauben in mit Stroh ausgelegten Boxen gemütlich machen. Über einen Schlitz können sie den Schlag verlassen. Damit bekommen sie ein sicheres Zuhause und verbringen ihre Zeit nicht mehr auf der Prager Straße. Viele Dresdner befürchten, dass Tauben gefährliche Krankheiten übertragen. Ein Irrglaube, wie der Tierschutzverein „Anima“ sagt. Im Taubenkot würden sich nicht mehr Erreger befinden als in dem anderer Vögel. Allerdings ist es sinnvoll, einen Atemschutz zu tragen, wenn man alten Taubenkot entfernt. Denn auf ihm wachsen manchmal Hefepilze, darunter einer, der laut Robert-Koch-Institut bei Menschen zu einer lebensbedrohlichen Hirnhautentzündung führen kann. (mit sr)