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Spitzennoten für Urnudeln

Die Produkte der Weinböhlaer Mini-Manufaktur Pestorado werden auch von Experten geschätzt.

© Norbert Millauer/Archiv

Von Niklas Perband

Weinböhla. Pesto, Risotto, Nudeln, alles aus eigener Herstellung – das ist die Richtlinie des Weinböhlaer Unternehmens Pestorado. Und tatsächlich: Wer die Küche des beschaulichen Ladens im Zentrum des Ortes auf der Friedensstraße in der Nähe der Feuerwehr betritt, der erkennt sofort, dass hier vieles von Hand oder mit kleinen Maschinen hergestellt wird. Anders will es das Ehepaar Prohl, das hier fast alles alleine macht, auch gar nicht.

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Dresden, 18. Februar 2019. Mariame Clément hat für die Semperoper Dresden Bedřich Smetanas Oper »Die verkaufte Braut« kräftig ausgelüftet. 

Nun hat die in Berlin ansässige und seit 22 Jahren bestehende Agentur Manufaktur-Helden vor einiger Zeit Produkte von Pestorado sowie der Firma Holunder & Co aus Hohenstein-Ernsttal an einige Experten geschickt. Diese testeten und bewerteten die Kost dann im privaten Umfeld, nicht etwa in den Großküchen, in denen sie zum Teil arbeiten.

Bei der Veröffentlichung der Ergebnisse war Agentur-Inhaberin Karin Raschinsky kürzlich selbst vor Ort und erklärte, was die Weinböhlaer Nudeln so besonders macht. „Urgetreide ist schon immer besonders schwer zu verarbeiten.“ Und dennoch scheint es Melanie und Christian Prohl gut gelungen zu sein, denn ihre Dinkel-Bandnudeln und die Weinböhler Dinkelzöpfe bekamen beide die Note 1,7. Und damit Lob für Geschmack, Gleichmäßigkeit in Form und Länge sowie Bissfestigkeit.

Das Prunkstück sind jedoch die Emmer-Spaghetti, die in jeder Kategorie punkten konnten und deshalb mit 1,5 bewertet wurden. Über dieses Zeugnis für ihre Produkte sind die beiden Pestorado-Chefs glücklich, wollen es auch ihren Kunden zeigen – an einem speziellen Platz im Geschäft.

Es ist nicht immer einfach für sie, der Innovations- und Kreativitätszwang ist sehr hoch. „Als kleinere Manufaktur muss man eigentlich immer zwei, am besten drei Schritte vor der Industrie sein“, sagt Christian Prohl. Nur so gebe es eine Chance angesichts der großen Kapazitäten und hohen finanziellen Mittel anderer Fabriken. Seit dem Jahr 2014 gibt es die Weinböhlaer Manufaktur, in der komplett auf Konservierungsstoffe oder sonstige Chemikalien verzichtet wird.

Der Laden in einer früheren Fleischerei wächst den Unternehmern zufolge stetig und hat viele Stammkunden. Einzig der Onlinevertrieb ist noch nicht so gestiegen wie erhofft. Umso größer die Freude, wenn es Anfragen aus dem Ausland gibt.

Auch Catering gehört inzwischen zu den Angeboten. Wäre das Ganze keine echte Leidenschaft, würde es wohl kaum funktionieren. Schließlich arbeiten beide seit Jahren häufig sieben Tage die Woche, bis zu zwölf Stunden am Tag. „Ohne die Unterstützung der Familie wäre das alles nicht zu schaffen“, sagt Christian Prohl.