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Spitzgrundteich wird hochwassersicher

Für knapp 200 000 Euro bekommt der Teich eine neue Wehrtafel und einen Überlauf. Das soll die Staumauer entlasten.

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© Norbert Millauer

Von Peggy Zill

Coswig. Der Spitzgrundteich sieht zwar groß aus, nach ein paar Tagen Dauerregen ist er jedoch schnell vollgelaufen und wird zur Gefahr für die gesamte Stadt. Zuletzt drohte er beim Hochwasser vor drei Jahren überzulaufen. Das Wasser stand wenige Zentimeter unter der Dammkrone, schwappte über den seitlichen Rand und lief auf die Straße. Im schlimmsten Fall könnte sogar die Mauer brechen – mit verheerenden Folgen für die Innenstadt. Nun wird der Teich für rund 200 000 Euro hochwassersicher gemacht. Die Arbeiten sollen schon Ende September beginnen und bis Mitte Dezember andauern.

Deshalb wird die Wehrtafel gekürzt, damit mehr Wasser abfließt.
Deshalb wird die Wehrtafel gekürzt, damit mehr Wasser abfließt. © Norbert Millauer

Zunächst müssen ein paar Bäume gefällt werden, um Platz für die Bauarbeiten zu machen. Dann wird die Wehrtafel eingekürzt. „Damit ist die Unterhaltung einfacher“, erklärt Lars Kleindienst vom Ordnungsamt. Denn das kleine Fenster in der Tafel war immer schnell mit Treibgut verstopft. Nun verschwindet es ganz. „Dadurch kann auch mehr Wasser abfließen“, so Kleindienst. Außerdem wird die Überfahrung neu betoniert und die Löschwasserentnahmestelle in Richtung Spitzgrundstraße verlegt. Nachdem bei den Hochwassern 2001 und 2013 die Dammkrone zum Teil überströmt wurde, kam es zu Ausspülungen hinter dem Damm. Nun soll eine Rinne gepflastert werden, über die das Wasser gezielt den Hang runterlaufen kann.

Den Auftrag für die Bauarbeiten hat die Firma Kleber-Heisserer Bau aus Dippoldiswalde erhalten. Die waren zwar nicht der billigste Anbieter, aber der Erstplatzierte hatte gegen die Vergaberichtlinien verstoßen. Die fehlenden Unterlagen wurden nicht nachgereicht. „Bei einer neuen Ausschreibung würden die Preise wohl eher steigen als sinken“, erklärt Lars Kleindienst. Und durch eine neue Ausschreibung würde zu viel Zeit verloren gehen, die Bauarbeiten müssten auf nächstes Jahr verschoben werden. Weil die Naturschutzbehörde nur im Herbst eine Pegelsenkung erlaubt. Nun wird das Vorhaben zwar rund 60 000 Euro teurer als geplant, aber diese Mehrkosten werden höchstwahrscheinlich bewilligt. Der Freistaat fördert die Maßnahme im Rahmen der Hochwasserschadensbeseitigung.

Der Spitzgrundteich ist im Norden der Stadt die einzige befestigte Barriere gegen die Wassermassen aus dem Friedewald. Er fasst etwas mehr als 10 000 Kubikmeter. Als Hochwasserschutz ist das zu wenig. Im Extremfall würde der Teich so anschwellen, dass das Wasser erst über die Wehrkante und dann über die Straße läuft. Das ist 1941 schon einmal passiert. Mit verheerenden Folgen bis in die Innenstadt.

Vor Jahren gab es Überlegungen, den Spitzgrundteich ganz verschwinden zu lassen. Das hätte eine halbe Million Euro gekostet und wäre das Ende des Naherholungsidylls am Rande vom Friedewald gewesen. Deshalb entschieden sich die Stadträte dagegen.

Im Hochwasserfall viel wichtiger sind die Zimmermannschen Teiche im Oberlauf der Lockwitz. Sie haben einen Stauraum von fast 38 000 Kubikmetern. 2011 wurde der Deich für rund 25 000 Euro saniert.

Auch der Lockwitzbach hat mehr Platz bekommen. Er war an einigen Stellen stark verbaut. Anrainer haben die Böschungen teilweise mit Asbestplatten oder Betonteilen sichern wollen. Das wurde alles entfernt. Zur nachhaltigen Sicherung des Ufers wird auf ingenieurbiologische Maßnahmen gesetzt. Unter anderem werden Weidenstecklinge und andere Tiefwurzler eingebracht. Auch Faschinen – Bündel aus Zweigen und dicken Ästen – werden zur Ufersicherung eingesetzt. Dadurch sollen die Uferböschungen langfristig vor Auswaschungen geschützt werden. Der größte Teil der Maßnahmen soll noch bis Ende des Jahres abgeschlossen werden. Der letzte Abschnitt durch den Spitzgrund soll im Jahr 2018 in Angriff genommen werden.