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Sport frei in Rothenburg!

Die Stadt und der Freistaat investieren drei Millionen Euro in den Umbau der Sporthalle. Die Polizeihochschule kann sich freuen.

© André Schulze

Von Frank-Uwe Michel

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Rothenburg. Auf diesen Tag hatten alle hingearbeitet, auch wenn laut Heike Böhm nur Marlen Kolodziej und Daniel Cerny daran geglaubt hatten, dass der Termin 8. Februar zu halten sei. Die beiden waren jedoch von Berufs wegen bis ins letzte Detail in den Bauablauf involviert, so dass sie auch der für Laien chaotisch anmutende Zustand eine Woche vor dem Endtermin nicht sonderlich beunruhigte. Die Fachbereichsleiterin Bau und Finanzen und ihr Gebäudemanager hatten nahezu jede Minute durchgeplant, um das erfolgreiche Ende des Bauprojekts nicht zu gefährden. Dies würdigte auch Rothenburgs Bürgermeisterin in den einführenden Worten der kleinen Feierstunde, zu der sich am Donnerstagnachmittag interessierte Einwohner, Stadträte, Schüler, Studenten und Vertreter der am Bau beteiligten Firmen eingefunden hatten.

Bei der Feierstunde am Nachmittag demonstrierten Studenten der Sächsischen Polizeihochschule dem Publikum einige Judo-Übungen.
Bei der Feierstunde am Nachmittag demonstrierten Studenten der Sächsischen Polizeihochschule dem Publikum einige Judo-Übungen. © André Schulze

1981 als typischer DDR-Bau errichtet galt die Halle damals als äußerst fortschrittlich. Doch schon kurz nach der Wende zeigte sie sich nicht mehr auf der Höhe der Zeit und wurde in den Jahren 1993/94 teilsaniert. So entstanden zum Beispiel neue Sanitäranlagen, auch der Sporthallenboden wurde ausgewechselt. Mit der zunehmenden Nutzung durch Vereine und Rothenburger Schüler, aber auch durch Studenten der Sächsischen Polizeihochschule, kristallisierte sich 2013 heraus, dass nur eine grundhafte Erneuerung den Standort dauerhaft verbessern konnte. „Von Anfang an saßen alle Seiten an einem Tisch und arbeiteten die Anforderungen heraus, die dann in die Entwurfsplanung Eingang fanden“, erinnert sich Daniel Cerny. Dabei ging es nicht nur um eine allgemeine Sanierung, sondern einen von energetischen Gesichtspunkten bestimmten Umbau und eine räumliche Erweiterung. Als die Expansionspläne der Polizeihochschule bekannt wurden, musste zudem verstärkt auf die Bedürfnisse der künftigen Kommissare Rücksicht genommen werden.

Unter der Regie von drei Planungsbüros sind in dem Gebäudekomplex eine große Halle für sämtliche Ballsportarten und eine kleinere Halle für weitere Sportarten wie Turnen oder Judo entstanden. Dazu gibt es Sanitärräume und eine Reihe von Umkleidemöglichkeiten. Sogar ein Schulungsraum ist vorhanden. Beide Hallen verfügen über eine getrennt steuerbare Audioanlage, WLAN wird in Kürze noch eingerichtet. Wärme bekommt der Komplex über Fußbodenheizungen, in der kleineren Halle wurde wegen der großen Raumhöhe noch eine zusätzliche Wandheizung installiert. Hier hat man sich zudem einen Platz freigehalten, um bei vorhandener Finanzierung später eine Kletterwand nachrüsten zu können. Im Eingangsbereich wird bis zur offiziellen Inbetriebnahme der Sporthallen nach den Schulferien Ende Februar noch ein elektronisches Zugangssystem eingebaut. „Dadurch werden die Besucher in jene Bereiche geleitet, für die sie zugangsberechtigt sind“, erläutert Daniel Cerny. Damit könne man nachvollziehen, wer zu welcher Zeit welchen Ort des Komplexes genutzt habe. Wann das Objekt von der Stadt an den Freistaat übergeben wird, kann der Gebäudemanager noch nicht sagen. Dies wird sich auch danach richten, wie schnell die Kommune einen Ersatzstandort für die wegfallende Oberschule findet und dort dann auch eine dazugehörende Sporthalle errichten kann.

Fürs Erste sind die künftigen Nutzer des Millionen-Projektes in der Friedensstraße zufrieden. Vorstandsmitglied Christina Böhme vom Allgemeinen Sportverein: „Wir brauchen für unsere zehn Abteilungen einen festen Hafen. Den haben wir hier gefunden.“ Und Denny Müller, Vertreter der Studentenschaft der Polizeihochschule: „Körperliche Fitness ist für uns ganz wichtig. Hier haben wir die besten Voraussetzungen dafür.“