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Sport frei, Zauckerode!

Die neue Turnhalle an der Ringstraße ist fertig – und schon fast wieder ausgebucht.

© Karl-Ludwig Oberthür

Von Carina Brestrich

Freital. Manchmal liegen die Fotomotive direkt vorm Haus. So wie bei Martin Lorenz. Von seinem Balkon in Zauckerode aus hat er eine perfekte Sicht auf die Sporthalle an der Ringstraße. Mit der Kamera hat er verfolgt, wie das alte Gebäude verschwand und wie das neue in den vergangenen Monaten gewachsen ist. Nun kann der Freitaler seine Fotodokumentation abschließen: Die neue Turnhalle ist zum geplanten Termin fertig geworden. Am Freitag wurde sie offiziell eröffnet. Weil eine Sanierung teurer gewesen wäre, hatte sich die Stadt für einen Abriss der alten Halle entschieden. Der Bau mit dem Runddach, der noch aus den 70er-Jahren stammte, war zuletzt arg in die Jahre gekommen. Vor allem der fehlende Zuschauerbereich, die niedrige Höhe, die schlechte Beleuchtung und die veralteten Sanitärräume erschwerten den Sport.

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Die Baustationen

Die neue, behindertengerechte Halle dagegen erfüllt nun alle gängigen Standards. Mit einer Größe von gut 500 Quadratmetern ist sie fast doppelt so groß wie die alte. Ein flacher Vorbau beherbergt Umkleidekabinen, Waschräume, Trainerraum und einen Vereinsraum mit Küchenzeile. Die Halle selbst ist mit einer Höhe von sieben Metern für zahlreiche Sportarten geeignet. Außerdem bietet sie einige technische Raffinessen: Sprossenwand, Basketballkörbe und Kletterstangen können per Knopfdruck von der Wand gefahren werden. Ein spezieller Schwingboden schont die Gelenke, eine energiesparende Lüftungsanlage und Solarzellen auf dem Dach die Finanzen. Das Highlight ist die neue, zweistufige Tribüne. Auf ihr können künftig Zuschauer Platz nehmen.

Zuschauer erwünscht

Klaus Wolframm ist mit dem Ergebnis zufrieden. Er sitzt für die SPD im Stadtrat und ist auch Vorsitzender der Wohnsportgemeinschaft Zauckerode (WSG). Der Verein mit seinen 250 Mitgliedern gehört zu denjenigen, die die Halle künftig sehr oft nutzen werden. Zusammen mit den anderen Vereinen und Sportgruppen sei die WSG auch in die Planungen zur Ausstattung eingebunden worden. So konnten viele Wünsche der Sportler berücksichtigt werden.

„Dass es nun eine Tribüne gibt, ist klasse“, sagt Klaus Wolframm, der selbst aktiv Badminton spielt. Nun könne die Badminton-Abteilung auch Turniere ausrichten. Das war bisher nicht möglich, da die Spielfelder bis zum Rand der Halle reichten und keinen Platz für Zuschauer boten. Freitals Erster Bürgermeister, Peter Pfitzenreiter (CDU), sieht die neue Halle als eine Bereicherung für das Wohngebiet. Zur Eröffnung hatte er den feinen Zwirn gegen Trainingsanzug getauscht, um selbst ein paar Federbälle zu schlagen. Vorab bedankte er sich bei den Vereinen für die Geduld. Es sei nicht leicht gewesen, für die zehnmonatige Bauzeit alternative Trainingsmöglichkeiten in Freital zu finden.

Auch jetzt ist die neue Halle schon nahezu ausgebucht. Dies hänge mit den Arbeiten an der Turnhalle neben der Grundschule in Wurgwitz zusammen, erklärt Peter Pfitzenreiter. Da die noch nicht fertig ist, werden einige Sportgruppen auch noch einige Monate warten müssen, bis sie in die neue Turnhalle in Zauckerode zurück können.

Zwei Felder weniger

Rund 1,75 Millionen Euro hat die Stadt in den Neubau investiert, zwei Drittel davon haben Bund und Land zugeschossen. Mehr hätte die Stadtkasse nicht hergegeben. Dabei war eigentlich angedacht, eine Halle mit drei Feldern zu bauen. Der Plan war aber am Geld gescheitert. Acht Millionen Euro hätte das Vorhaben, das sogar eine Kegel- und Bowlingbahn vorsah, gekostet. Dennoch: Die Nachfrage nach Flächen für den Sport in Freital bleibt auch nach der Eröffnung der Zauckeroder Halle groß. Davon geht auch Klaus Wolframm aus. Wenn die Vereine nächstes Jahr wieder in ihre ursprünglichen Spielstätten zurückkehren, wird der Belegungsplan in Zauckerode gut gefüllt sein. Die Stadt selbst überarbeitet derzeit ihr Sportstättenkonzept. Darin ist festgehalten, welche Sportstätten die Stadt hat, in welchem Zustand sie sind und welche Investitionen künftig nötig sind. „In diesem Zusammenhang wird auch geprüft, welche weiteren Sportmöglichkeiten es in der Stadt braucht“, sagt Pfitzenreiter.

Im kommenden Jahr wird weiter an den Außenanlagen der Turnhalle gebaut. Diese werden seit 2010 zu einem Mehrgenerationenpark gestaltet. 2017 ist der dritte und letzte Bauabschnitt an der Reihe. Nachdem in den vergangenen Jahren schon Boccia-Flächen, ein kleiner Bachlauf angelegt worden sind, sind für nächstes Jahr ein Beachvolleyballfeld, ein Rondell mit Sportgeräten, eine Yoga-Wiese und mehr Parkplätze geplant. Für Martin Lorenz bietet sich dann vielleicht doch noch das eine oder andere Fotomotiv.