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Deutsches Teamtreffen in Altenberg

Vier Wochen vor der Bob-WM stehen wichtige Tests an, auch im Monobob. Zumindest die Frauen sind wenig begeistert.

Hält von der Disziplin "nicht so viel": Kim Kalicki in ihrem Monobob.
Hält von der Disziplin "nicht so viel": Kim Kalicki in ihrem Monobob. © Matthias Schrader/AP/dpa

Altenberg. Der ohnehin kurze Weihnachtsurlaub ist für die deutschen Bobteams schon wieder vorbei. Bereits am Sonntag haben sie sich in Altenberg getroffen, dort also, wo am 1. Februar mit der Weltmeisterschaft der Saisonhöhepunkt beginnt. Für Titelverteidiger Francesco Friedrich geht es in den nächsten Tagen vor allem um neue Erkenntnisse im Viererbob.

Der Pirnaer Pilot, bei den großen Triumphen zuletzt im Schlitten des österreichischen Anbieters Hannes Wallner unterwegs, setzt ab dieser Saison wieder auf die Forschungs- und Entwicklungsstelle für Sportgeräte in Berlin, kurz FES. Doch weil bislang nur acht Zweier-Weltcups ausgetragen wurden (von denen Friedrich sieben gewann), steht der Härtetest noch aus.

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Olympiasiegerin ist gegen den Einer

Einen ersten Vergleich soll es nun bei den Trainingsfahrten geben im Duell mit dem Königsseer Johannes Lochner, auch international derzeit Friedrichs größter Konkurrent. Die internationale Bewährungsprobe wartet dann beim Weltcup am ersten Januar-Wochenende in Winterberg, wenn auch US-Amerikaner und Kanadier erstmals in dieser Corona-Saison am Start sein werden.

Für die Frauen steht in den Testtagen von Altenberg indes der ungeliebte Monobob im Fokus. Die neue Disziplin, die den Pilotinnen schon bei der WM im Februar und dann auch bei Olympia 2022 in Peking eine weitere Medaillenchance beschert, sorgt bei den Deutschen keinesfalls für Begeisterung. Daran hat auch das erste Rennen kurz vor Weihnachten in Innsbruck nichts geändert, im Gegenteil. „Ich bin gegen den Monobob, ich finde es einen Schritt in die falsche Richtung“, sagt Olympiasiegerin Mariama Jamanka.

Bundestrainer fordert Professionalität

Auch Kim Kalicki, die WM-Zweite in der Vorsaison, bezieht klar Stellung: „Ich halte von der Disziplin nicht ganz so viel.“ Selbst Laura Nolte, die 2016 in einem Monobob Jugend-Olympiasiegerin wurde, hat zwiespältige Gefühle. „Für mich ist Bobsport eine Teamsportart, aber mal sehen, wie es wird“, sagte sie nach ihrem zweiten Platz bei der Premiere in Innsbruck, vor der den Deutschen gerade mal drei Testfahrten zur Verfügung standen. „Wir haben noch große fahrerische Reserven“, erklärte Bundestrainer René Spies danach.

Diese sollen nun auf der anspruchsvollen Bahn in Altenberg erschlossen werden. „Wir werden uns intensiv mit dem Thema Monobob zwischen Weihnachten und Neujahr beschäftigen, um auch bei der WM ein Wörtchen mitreden zu können“, kündigte Spies an, der den kleinen Schlitten bislang nur zu Ausbildungszwecken bei der Pilotenschule eingesetzt hatte. Nun öffnet Olympia neue Perspektiven, „dementsprechend gehen wir pragmatisch und professionell an die Sache ran und versuchen, in den nächsten Wochen die Komponenten, die beeinflussbar sind, zu beeinflussen“.

Ein Schlitten für 22.000 Euro

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Dass die Weltmeisterschaften in knapp drei Monaten stattfinden, steht für Verband und Organisatoren außer Zweifel. Die Frage ist vielmehr, wer alles dabei sein kann.

Das bedeutet exakte Einstellungen und Abstimmungen des Einheitsschlittens, Kostenpunkt 22.000 Euro, für die jeweilige Pilotin. „Die Abläufe, die Positionen sowie die Lenkung des Schlittens und auch das Fahrverhalten sind anders“, sagt Jamanka. Mit einem Sprung von hinten in den Bob müssen die Pilotinnen, die sonst im Zweierbob von der Seite aus ins Gefährt springen, einsteigen. Zudem müssen sie nach der Ziellinie selbst abbremsen, was sonst die Anschieberinnen übernehmen.

Die Kufen kommen alle aus einer Schmiede und werden laut Bestimmungen des Reglements bearbeitet. Zudem dürfen Zweierbob-Kufen benutzt werden. Zumindest das könnte sich für die erfahrenen Deutschen als Vorteil erweisen. (dpa)

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