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Die Monarchs stehen im German-Bowl-Finale

Die Dresdner Footballer erreichen erst zum zweiten Mal überhaupt das Endspiel um die deutsche Meisterschaft - weil sie daheim eine Macht sind.

Diese Monarchs kämpfen um den deutschen Meistertitel.
Diese Monarchs kämpfen um den deutschen Meistertitel. © Matthias Rietschel

Dresden. Die Dresden Monarchs spielen am 9. Oktober in der Commerzbank-Arena von Frankfurt/M. um die deutsche Meisterschaft. Gegner ist dann der Südmeister, die Schwäbisch Hall Unicorns. Erst zum zweiten Mal überhaupt nach 2013 haben die Sachsen den German Bowl erreicht. In diesem Saison bestand zumindest im Halbfinale kaum ein Zweifel daran. Am Samstagnachmittag setzte sich die Mannschaft von Trainer Ulrich Däuber im heimischen Heinz-Steyer-Stadion mit 37:0 (28:0) gegen die Saarland Hurricanes durch.

Der Jubel auf der Seite des Nordmeisters in der zweigeteilten Bundesliga fiel ob der besonderen Ereignisse dennoch nicht überbordend aus. Zu groß und eindrucksvoll war die Dominanz der Gastgeber beim letzten Spiel in der alten Arena vor deren Modernisierung. 2.410 Zuschauer feierten ihre Lieblinge ausgelassen. Nach den Touchdowns von Anthony Brooks (2) Devwah Whaley (3) und einem Safety (bringt zwei Punkte) von Robin Wilzeck hatten die Monarchs noch genügend Kraft, eine La-ola-Welle mit ihren Fans hinzulegen.

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Denn in der zweiten Halbzeit konnte sich das Däuber-Team auf die Verwaltung ihres Vorsprungs verlegen und sogar noch Energie sparen. "Das war ein starkes Zeichen gegen einen starken Gegner. Ich glaube, besser kann man nicht in ein Finale einziehen", war Monarchs-Präsident Sören Glöckner völlig aus dem Häuschen. "Ich muss mich erst einmal finden, um zu realisieren, was hier stattfindet. Ich freue mich einfach, dass die Jungs jetzt ihren Traum wahrmachen können." Es ist der Traum vom Gewinn des German Bowls.

Das ist den Monarchs noch nie geglückt. 2013 scheiterte die Dresdner mit 34:35 an Braunschweig. "Wenn man überlegt, wie lange wir darauf hinarbeiten, ist das schon ein gutes Ergebnis. Das wird große Auswirkungen haben, vor allem auf die Nachwuchsarbeit", hofft Glöckner.

Auch Daniel Stechbarth hofft nach dem letzten Spiel im alten Heinz-Steyer-Stadion, dass viele Anhänger am 9. Oktober nach Frankfurt/M. kommen.
Auch Daniel Stechbarth hofft nach dem letzten Spiel im alten Heinz-Steyer-Stadion, dass viele Anhänger am 9. Oktober nach Frankfurt/M. kommen. © Matthias Rietschel

Sein Verein ist einer der wenigen in der Stadt, die selbst in der Corona-Pandemie noch gewachsen sind - auf aktuell 839 Mitglieder. "Wir wollen nicht nur einmal, sondern dauerhaft oben mitspielen", sagte der Präsident. Cheftrainer Ulrich Däuber, grätschte sich nach dem Abpfiff stolz und vogelwild in ein Social-Media-Foto seiner Mannschaft. "Ich habe mich super gefreut für unsere Back-ups, dass sie auch ihre erfolgreichen Spielzüge gemacht und sich super verkauft haben", sagte der 51-Jährige, der den Vorbereitungs-Alltag seines Teams zum Finale beibehalten will.

Die jetzt schon außergewöhnlich erfolgreiche Saison müsste jetzt nur noch gekrönt werden. Nach der Machtdemonstration vom Samstag sowieso. Schließlich haben die Saarland Hurricanes selbst gegen den Finalgegner Schwäbisch Hall nicht so deutlich verloren. "Ich habe von Anfang an gesagt: Wir wollen in den German Bowl und wir wollen auch gewinnen. Aber das ist auf jeden Fall etwas Besonderes. Wer kann denn schon sagen, dass er im Endspiel um die deutsche Meisterschaft stand, ganz egal in welcher Sportart. Wir sind da schon stolz drauf, aber noch nicht fertig", sagt Däuber.

Für die meisten Spieler im Dresdner Dress wird es das erste Endspiel. "Wir wollten immer nur das nächste Spiel gewinnen. Alles andere war uns egal, das haben wir heute auch so gehalten. Wir werden uns auch das Finale von 2013 nicht anschauen. Wir sind ein neues Team, mit neuen Spielern, wir hängen nicht in der Vergangenheit, wollen unseren eigenen Weg gehen", sagte Dresdens Teamkapitän Florian zur Nieden.

Immerhin hat Schwäbisch Hall von den letzten 88 Partien nur drei verloren - kurioserweise jeweils das Endspiel um den German Bowl. "Wir haben keine Angst vor Schwäbisch Hall. Unser Team hat sich in der ganzen Saison gesteigert, wir sind immer näher zusammengerückt, haben gespielt mit Energie und Freude, dann sind wir nicht zu schlagen", kündigte der Linebaker an. Der Verein verzichtet darauf, für die eigenen Anhänger eine Fanreise zu organisieren. "Unsere Fans sind so gut vernetzt, die bekommen das ohne uns hin. Wir hoffen auf einen großen Dresdner Block", sagte Geschäftsführer Jörg Dreßler. "Ich gehe davon aus", sagt zur Nieden lachend, "dass am 9. Oktober alle da sein werden, die heute hier waren."

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