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Der unerwartete Erfolg der Dresdner Riesen

Ohne ausländische Profis sind die Basketballer der Dresden Titans vorzeitig Staffelsieger. Als Favorit für den Aufstieg in die 2. Bundesliga sehen sie sich nicht.

Geballte Dresdner Basketball-Power. Die Titans sind vorzeitig Hauptrundenmeister der Südstaffel der zweigeteilten dritthöchsten Spielklasse.
Geballte Dresdner Basketball-Power. Die Titans sind vorzeitig Hauptrundenmeister der Südstaffel der zweigeteilten dritthöchsten Spielklasse. © René Pesth

Dresden. Damit war vor dieser besonderen Saison nicht zu rechnen, und auch der Start ließ etwas anderes befürchten. Doch nun stehen die Basketballer der Dresden Titans vorzeitig als Staffelsieger in der Süd-Gruppe der zweigleisigen dritten Liga fest. Das ist dem Verein bisher noch nie gelungen und macht das 15. Jahr des Klubbestehens schon jetzt zu einem besonders erfolgreichen. 17 Siege und nur vier Niederlagen sind eine eindrucksvolle Bilanz, die die Titans im letzten Hauptrundenspiel in Hanau sogar noch aufpeppen könnten.

Die Partie ist wegen eines Corona-Falls im gegnerischen Team auf den 20. März verlegt worden. „Mit 17 Siegen in der Hauptrunde haben wir unseren Vereinsrekord eingestellt, 18 wäre ein neuer Bestwert“, sagt Geschäftsführer Rico Gottwald.

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Was macht die Titans in der professionell geführten Spielklasse in dieser Saison eigentlich so stark? Zumal, wenn man bedenkt, dass sich das Team von Trainer Fabian Strauß wegen fünf Corona-Fällen im Kader Mitte Dezember für zwei Wochen in Quarantäne begeben musste. Teilweise lagen die Dresdner gegenüber der Konkurrenz mit vier, fünf Spielen im Rückstand. Den haben die Titans nicht nur aufgeholt, sondern sich zum besten Team der Staffel aufgeschwungen. „Die Mannschaft hat sich und uns dafür belohnt, dass wir das Risiko eingegangen sind, keinen Importspieler nachzuverpflichten“, sagt Gottwald.

Die Stärke: Kein Top-Scorer im Team

Den ursprünglich per Probevertrag verpflichteten Isländer Ingvi Thor Gudmundsson schickten die Dresdner wieder nach Hause und starteten mit einem Kader ausschließlich mit deutschen Spielern, was im Vergleich mit anderen Profi-Teams durchaus ungewöhnlich ist. „Wir haben uns ganz bewusst dafür entschieden, mit den Jungs, die wir hier haben, den nächsten Schritt zu machen“, erklärte Gottwald. Das Vertrauen zahlten die Spieler zurück – trotz der bereits erwähnten Nackenschläge. Gleich sieben Spieler punkten regelmäßig zweistellig – das heißt, mindestens zwei davon sitzen anfangs auf der Bank. Genau dort sind die Dresdner breit und tief aufgestellt.

Spielmacher Lennard Larysz taucht als punktbester Dresdner mit 328 Zähler erst als 15. in der Top-Scorerliste auf. Heißt im Umkehrschluss, die Mannschaft von Fabian Strauß ist nicht abhängig von der Tagesform einzelner Führungsspieler. „Das Team hat das mit Bravour gelöst, auch die Belastungssteuerung des Trainerteams in der Zeit nach der Quarantäne war hervorragend“, analysiert Gottwald.

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Als Topfavorit für den Aufstieg wollen sich die Dresdner nicht sehen. Das liegt auch am geänderten Play-off-System, das am 27. März startet. In vier Vierer-Gruppen eingeteilt treten die acht bestplatzierten Teams der Nord- und Südstaffel zunächst jeweils einmal gegeneinander an. Als Staffelsieger haben die Titans zweimal Heimrecht. Die beiden besten Teams jeder Gruppe ziehen weiter in die nächste Phase mit zwei Vierer-Gruppen. Die beiden Finalisten am Schluss sind die sportlichen Aufsteiger in die 2. Bundesliga Pro A. „Unser Saisonziel war das Erreichen der Play-offs. Wir haben keinen Druck, jetzt alles dominieren zu müssen. Alles, was jetzt kommt, ist ein Zubrot. Unser Anspruch ist aber schon, in die zweite Gruppenphase zu kommen“, sagt Gottwald. Die Planungen des Vereins laufen derzeit natürlich zweigleisig – für die dritte und zweite Liga.

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