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Handballer hoffen weiter auf Olympia

Deutschlands Handballer haben im Rennen um das Tokio-Ticket einen bitteren Fehlstart gegen Schweden in letzter Minute abgewendet.

Auch dieses Duell zwischen Hendrik Pekeler (l) und dem Schweden Tino Stein endet remis.
Auch dieses Duell zwischen Hendrik Pekeler (l) und dem Schweden Tino Stein endet remis. © dpa/Soeren Stache

Von Christoph Stukenbrock und Jörg Soldwisch

Berlin. Der Traum von Tokio lebt! Die deutschen Handballer haben in einem wahren Krimi kühlen Kopf bewahrt und einen guten Start in die Olympia-Qualifikation hingelegt. Die Mannschaft von Bundestrainer Alfred Gislason erkämpfte sich gegen Vizeweltmeister Schweden zum Auftakt des Viererturniers in Berlin ein 25:25 (14:13) und bewahrte damit alle Chancen im Kampf um eines der beiden Tickets für Tokio.

Das deutsche Team bewies beim Viererturnier in Berlin ganz viel Moral und bog in einer dramatischen Schlussphase einen Vier-Tore-Rückstand noch um. Marcel Schiller sorgte mit seinem fünften Treffer sechs Sekunden vor dem Ende für den glücklichen Punktgewinn. Rechtsaußen Timo Kastening traf vier Mal.

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"Wir sind einfach happy, dass wir diesen Punkt geholt haben. Gute Moral, gut gekämpft und am Ende deswegen vielleicht auch verdient unentschieden gespielt", sagte Schiller in der ARD. Torhüter Johannes Bitter meinte: "Es geht um wahnsinnig viel, da geht die Lockerheit ein bisschen flöten. Jetzt ab in die Eistonne, und dann freue ich mich auf morgen."

Nur die ersten beiden schaffen es nach Tokio

Weitere Gegner der Auswahl des Deutschen Handballbundes sind am Samstag (15.35 Uhr) der EM-Vierte Slowenien und am Sonntag (15.45 Uhr/beide ZDF) Afrikavertreter Algerien. Nur der Erst- und Zweitplazierte qualifiziert sich für die Olympischen Spiele in Tokio (23. Juli bis 8. August).

Die deutsche Mannschaft startete ohne Stammkeeper Andreas Wolff, auf den Gislason gegen Schweden überraschend verzichtete - aber mit viel Zuversicht und großer Motivation in das von Verbandsvize Bob Hanning ausgerufene "Wochenende der Wahrheit". "Wir haben eine sehr schwierige Aufgabe vor der Brust, aber wir wollen es unbedingt nach Tokio schaffen", hatte Kapitän Uwe Gensheimer angekündigt.

Den große Worten ihres Anführers ließ das deutsche Team zunächst Taten folgen. Vor allem die bei der WM so schmerzlich vermissten Stars vom Champions-League-Sieger THW Kiel drückten dem deutschen Spiel von Beginn an ihren Stempel auf. Hinten ackerten Hendrik Pekeler, Patrick Wiencek und Steffen Weinhold im Abwehrzentrum nebeneinander, vorne sorgte das Kieler Trio für fünf der ersten zehn deutschen Tore.

Und so gab die DHB-Auswahl von Beginn an den Ton an, ohne sich allerdings wirklich absetzen zu können. Beim 11:8 (18.) durch Julius Kühn führte Deutschland erstmals mit drei Toren, doch Unkonzentriertheiten im Abschluss ließen die Schweden wieder herankommen und hielten die Partie auf des Messers Schneide. So vergab Gensheimer im ersten Abschnitt zwei Mal freistehend (davon ein Siebenmeter), und auch Spielmacher Philipp Weber und Kastening erlaubten sich recht unbedrängt Freikarten.

Erst ratlos, dann doch noch belohnt

"Das war sicherlich eine ansprechende Leistung", sagte DHB-Sportvorstand Axel Kromer zur Pause. Teammanager Oliver Roggisch monierte im ARD-Interview dagegen die Chancenverwertung: "Wenn wir die Freien reinschießen, sind wir im Soll. Wir spielen ganz ordentlich, der Ball läuft - jetzt müssen wir nur noch die Tore machen."

Doch genau dies blieb zunächst das Problem. Im zweiten Abschnitt dauerte es genau sieben Minuten, bis das deutsche Team erstmals traf. Die mit elf Bundesliga-Profis gespickten Schweden übernahmen das Kommando. Vor allem Albin Lagergren von den Rhein-Neckar Löwen traf nun in Serie, die Skandinavier führten nach 43 Minuten plötzlich mit 20:17.

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Das deutsche Team wirkte in der Folge ziemlich ratlos - und hatte beim 21:23 (52.) doch noch einmal die Chance auf den Anschlusstreffer. Doch Schiller, der für Gensheimer in die Partie kam, schmiss den Ball am Tor vorbei. Mit viel Moral stemmte sich aber das DHB-Team gegen die Niederlage - und wurde nach einer spannenden Schlussphase auch noch belohnt. (sid)

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